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Dörnigheim am Main war einmal eine eigene Gemeinde, zählt heute etwa 20.000 Einwohner und liegt zwischen Hanau und Frankfurt am Nordufer des Flusses Main.


Lagekarte von Dörnigheim bei Frankfurt



Wer sagt heute noch "Käsmatte" wenn er "Quark" meint? Und wer weiß noch, wie man sich fühlt, wenn man "dormelisch" ist? Um die Jahre 2000 bis 2002 haben verschiedene Leute zu einem kleinen Wörterbuch hessischer Dialekt-Begriffe aus Dörnigheim beigetragen. Viele Worte stammen aus der Generation der um 1900 bis vielleicht 1940 Geborenen. Wir wünschen viel Freude beim Schmökern.

Dörnigheim im November 2018


Hessisch von A bis Z

14 Daach

14 Tage meint zwei Wochen. Beispiel: "Mir sinn vierzehn Daach uff Kreeda." Meint: wir sind zwei Wochen auf der Insel Kreta. Noch ein Beispiel: "Mir treffe uns widder in vierzeh Daach." Meint: wir treffen uns wieder in zwei Wochen.

8 Daach

8 Tage = eine Woche. Beispiel: "Weiter gehts in acht Daach." Meint zum Beispiel: wenn heute Montag ist, geht es nächsten Montag weiter. Tatsächlich wurden 8 Tage und 14 Tage widerspruchsfrei so verwendet, dass die 14 Tage den doppelten Zeitraum von 8 Tagen meinten.

aageschisse komme

zu jemand kommen, manchmal auch Begriff für lästige Besucher (ei die komme ja schon widder aageschisse!), Quelle: Birgit Zeitler [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

aal Fraa

Alte Frau [Sprechprobe von Andreas SteulGesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

aal Geue

Person die Dinge macht, die ihrem Alter nicht mehr entsprechen (muss die aal Geue noch in de Dissgo erumhibbe!), Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

aarm Siggar

"arme Zigarre" - finanziell nicht gerade gut dastehender Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

Abbedid

Abbedidd, nix verdrebbelt un nix verschitt! Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001] Der Spruch diente wurde im Sinne von "guten Appetit" verwendet.

Abbelkrotze

Apfelgehäuse: "Normalerweis isst mer de Abbelkrotze nett mit." Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Abee

Toilette, Abort. Das A und auch die ee's am Ende werden beide lang gesprochen. Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001][Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Abeemick

WC-Fliege, aber auch lästiger Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

äbsch

beleidigt, sauer, böse, grob, Quelle: Birgit Zeitler. Beispiel: "Gugg net so äbsch, das kanns eim ja Angst werrn." [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

adärmisch

einfach, Quelle: Birgit Zeitler

Affeheine

Schwer zu übersetzen. Vielleicht am ehesten eine abgeschwächte Form von "Simbel"?

Affestaa

(Affenstein) Ehemaliges Irrenhaus in Frankfurt - "Du bringst mich noch uff de Affestaa!": entnervter Ausruf, wenn man sich über jemand geärgert (oder sogar gesorgt) hat. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

ah geschosse

eine Ohrfeige. Beispiel: ehwe krisst de ah geschosse = Jetzt gibt es eine Ohrfeige. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

ahl Muck

alte Sau, nicht unbedingt bösartig gemeint. Das Wort wurde auch auf Menschen bezogen benutzt.

alderiern

du dich net immer so alderiern -- heißt nicht so in den Vordergrund spielen. Quelle: Andreas Steul

allaans

allein (Kannst du der schon allaans die Schuh zubinne?), Quelle: Birgit Zeitler

alleridd

andauernd, Quelle: Birgit Zeitler

alleweil

Schwierig zu übersetzen. Wird z.B. so verwendet "Der Kall war alleweil Schuster" = "Der Karl war mal Schuster" Wenn nur "alleweil" gesagt wird, ist es auch ein Ausruf des Erstaunens. z.B. 1. Person sagt "Isch hab gestern seit 4 Jaarn mal widder den Kall getroffe" 2. Person sagt: "Alleweil" = Ich habe gestern seit 4 Jahren mal wieder den Karl getroffen" - "Ehrlich" bzw. "Ist nicht wahr" bzw. "Ach was" Wird aber auch als erschreckender Ausruf benutzt. z.B.: 1. Person "Du der Kall ist tood" - 2. Person: "Alleweil" = 1. Person: "Du der Karl ist gestorben" - 2.Person: "Ach du grüne Neune" Es ist auf jeden Fall ein Begriff der sehr vielseitig eingesetzt wird. Manchmal ersetzt er auch das Wort "als", wie gesagt es ist schwierig den Begriff direkt zu übersetzen. Quelle: Andreas Dollmann

Allmei

Habgieriger Mensch (siehe auch Gorks oder Ungeneu), Quelle: Birgit Zeitler

allminanner

alle miteinander (Mir mache allminanner uff die Kerb!), Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

als druff

Weiter draufhauen, zum Beispiel als Kommentar zu einem Gewaltfilm. Das Wort "als" wird hier in seiner Bedeutung als "immer" verwendet.

als fort!

nur zu! Quelle: Birgit Zeitler

Amimusik

potentiell abwertender Begriff angelsächsische Musik abseits von Peter Alexander, Volksmusik und Heinz Schenk. Der Begriff wurde in den 1970 noch öfters von älteren Leuten benutzt: "Die Amimusik iss nix mehr für misch, die iss eher für die junge Leut." Statt Amimusik hörte man gelegentlich auch die Bezeichnung Jäh-jäh.

Amizoisch

gängiger Begriff für Kaugummi und sonstigen Firlefanz aus Amerika. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Angst werrn

Angst stiften: "So wie du guggst kanns eim ja Angst werrn." Meint: dein Blick kann einem Angst machen.

Angstschissern

ängstliches Mädchen, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

annersder

anders. Beispiel: wenn's so net geht, dann müsse mers annersder mache.

ausenannerklabustern

aufteilen: "Die ganze Zettel sind dorschenanner gekomme. Jetzt dun mer se erstemah widder ausannerklabustern." Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Asoz

Unliebsame Personen: "Dess iss voll de Asoz, dud ein uff de Gass noch net emah ordentlisch grüße."

atzele

sich streiten, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Ausm Kobb schlaache

Sich von einem Wunsch lösen: "Schlaach der dess mitem Abbi ausm Kobb. Du merschst mer erstemah eh orrdentlisch Lehr."

Ausser de Reih

Ausnahmsweise, oft als aktives Angebot: "Normal könnt isch ihnen kein frühe Termin gewwe, awwer komme se morjje früh ruhisch ehma ausser de Rei. Da nemm isch se zwischedursch drah". Das könnte ein Arzt einem terminsuchenden Patienten sagen.

Auto mitnemme

Mit dem Auto fahren: "Bei dem Wetter nimmst besser s'Auto mit." Die Wendung gibt es nur für Autos. Man sagt etwa nicht den Zug oder das Fahrrad mitnehmen im Sinne von damit fahren.

Die Fähre nach Mühlheim am Main

Baamsticker

ein Grundstück mit Bäumen,wahrscheinlich vor allem Obstbäumen, darauf. Quelle: Birgit Zeitler

Baabe

Papa. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Babb

Kleber: "Mer brauche mehr Babb, sonst hält dess nett." [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Babbelarsch

Viel-Plauderer. Quelle: Birgit Zeitler

babbele

Babbele meint reden. Beispiel: babbel ma so kaa dumm zoisch (Rede mal so kein dummes Zeug). [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]. Babbele kann, muss aber nicht, etwas abwerten sein. Positives Beispiel: "Mir hadde noch es bisse mitenanner gebabbelt."

Babbisch

Babbisch meint klebrig. Beispiel "Isch habb gans babbische Finger von der Klehwerei" (=ich habe ganz klebrige Finger von der Kleberei)

Bäcker Huf

Ehemalige Bäckerei in Alt-Dörnigheim. Freitags (und nur freitags, soweit ich mich erinnern kann!) gabs immer "Einback", ein Hefegebäck mit Mandelsplittern und Zuckerguss oben drauf. Hmmm.... Quelle: Birgit Zeitler

Bagaasch

unliebsame Personen oder Volksgruppen: "Was e Bagasch. Mit dene will keiner was zu schaffe hawwe." Vielleicht aus dem Französischen bagage = Gepäck?

Balsch

Balg, kleines Kind. Beispiel: die Soibälsch solle ma Ruh gewwe (=die Saubälger sollen ruhig sein)

Bambelschnuut

Mensch mit ausgeprägt dicken Lippen, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Banatzel

Kopf, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Barras

Bund, Wehrmacht, Reichswehr. Beispiel: "Beim Barras wirrd er schon lerrne, was Ordnung heißt." Meint: Wenn er zur Bundeswehr geht, wird er Ordnung lernen."

bass uff

Pass auf! [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Batschkapp

Mütze. In Frankfurt befindet sich ein beliebtes Musiklokal gleichen Namens. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas SteulGesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

batschnass

tropfnass, klatschnass, Quelle: Birgit Zeitler. Beispiel: "Von dem Reescheschutt war isch batschnass." Meint: Der Regenguss hat mich klatschnasse gemacht.

bedabbele

verstehen (Die Eiloggerei hawwe se mer schon zig ma erklärt, awwer isch bedabbel`s eifach net = Das Einloggen in den Computer hat man mir schon zig mal erklärt, aber ich verstehe es einfach nicht). [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Beese-Bube-Daach

Buß- und Bettag, Quelle: Birgit Zeitler

Beim Adolf

Beim Adolf oder auch unnerm Adolf stand für die Zeit der NS-Herrschaft. Adolf stand für den Diktator Adolf Hitler. Ein typischer Spruch den man noch bis in die 1970er-Jahr hören konnte war: "Beim Adolf hädds dess nett gegewwe." Der Spruch kam vor allem, wenn bürgerlich verächtete Verbrechen wie Einbruch oder Vandalismus besprochen wurden.

Bein Dogder

Bei wird hier in seiner Bedeutung als "zum" gebraucht. Beispiel "wo machsdenn disch hieh? Bei'n Dogder!" = Wo gehst Du denn hin? Zum Doktor.

Bembel

Steinkrug für den Ebbelwoi, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Berschtebinner

Bürstenbinder (Der kann saufe wie en Berschtebinner). Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Berufsfaulenser

Jemand, der partout nicht arbeiten will: "Dess issn Berufsfaulenser, den kriehst de nett ans schaffe."

Berufsquerulant

Ein notorischer Störenfried: "Dess war'n rischdische Berufsquerulant. Wo's was zu stenkern gab, da warer dabei."

Berufsreweluzzer

Ein Querulant abseits der politischen Mitte. Beispiel: "Dess sinn alles Berufsreweluzzer." Typischer Ausspruch über die die Partei der Grünen am Ende der 1970er Jahre.

Berzel

ein Busch Haare oder Entenschwanz. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt an: "Du reddst wie Enteberzel" = Du redest ununterbrochen, schnell. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

beschisse

empfindlich, beleidigt. "Sei net immer so beschisse mit'm Esse!" (Seit nicht immer so empfindlich, was das Essen angeht!). Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Bethmännscher

Bethmännchen (Marzipankonfekt, Frankfurter Spezialität), Quelle: Birgit Zeitler

Bibbs

de Bibbs hole = den Tod holen (da heelt mer sich ja de Bibbs bei dem Sauwetter!), Quelle: Birgit Zeitler

bickelfest

sehr fest (des Fenster is ja widder bickelfest zu), Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Biddels Anna

ein Bahnübergang (nur für Fußgänger) im Wald zwischen Dörnigheim und Wilhelmsbad auf der Höhe von "Hohe Tanne". Wahrscheinlich hat hier einmal eine Person mit einem ähnlichen Namen wie etwa "Anna Bittel" gewohnt.

Bierhumbe

Bierkrug, eher aus Ton. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Bimbenell

Pimpinelle, Bestandteil der Grünen Soße. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel]

Bischem

Bischofsheim. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Bissi

etwas. Beispiel: "Bist eh bissi durchennanner, hä" (=du bist wohl etwas verwirrt). [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Bis zur Vergasung

Bis es nichts mehr geht: "Der schafft bis zur Vergasung. Dess issn echte Wörkehollick." Der Ausdruck wurde bis mindestens in die 1980-Jahr häufig verwendet. Ein Anklag auf das dritte Reich war damit nie verbunden.

Bizzlwasser

Mineralwasser mit Kohlensäure

Blummescherb

Blumentopf aus Ton, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Blümscher

Mehrzahl von Blume, Quelle: Andreas Dollmann

Bobbelschje

Verniedlichung eines kleinen Kindes oder eher Säuglings. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Bobbes

Hinter, Gesäß. Es gibt auch ein gleichnamiges Gebäch. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Borschde

Haare, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Bosse mache

Possen machen, Beispiel: mach mer kaa Bosse, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000] [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Die renaturierte Braubach an ihrer Mündung

Braubach

Nebenbach des Mains, Quelle bei Wilhelmsbad. Man beachte: Obwohl es im Deutschen heißt "der Bach", spricht man in Dörnigheim nur von: "der Braubach", Braubach wird also weiblich behandelt. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt hinzu, daß Bach generell weiblich verwendet wird: "Isch geh an die Bach".

Breekeldibbe

weinerliches Kind, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Breimaul

Dummschwätzer, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Brettergymnasium

Abfällig für Sonderschule: "Vielleischt krieht er ja uffm Brettergymnasium die Kurff. Awwer so faul wie der im Moment iss, packters uff'erer normal Schul nett."

Brett vorm Kobb hawwe

Schwer von Begriff sein, Blackout haben. Beispiel: "Dem brauchste dess mitem Pythagoras erst gar zu erklärn. Der hadd eh e Brett vorm Kobb."

Bretzelbub

Frankfurter Original, der in den Ebbelwoikneipen Gebäck aus dem Korb verkauft - muss nicht unbedingt ein Junge sein!, Quelle: Birgit Zeitler

Brill, der

Brille wird typischerweise in einer männlichen Form gebraucht: Wo is`n maan Brill schonn widder? Geb me ma daan Brill!

Brummdopsch

Brummkreisel. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Brummeldibbe

Mürrischer Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

brunze

pinkeln, Quelle: Birgit Zeitler

Brutsch

e Brutsch ziehe = ein mieses Gesicht machen. Sprechprobe

bruzzele

braten. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Buggel

Rücken. Das Wort Buggel wurde viel in Redewendungen verwendet. Etwa: "du kannst mer mah de Buggel runnerrutsche". Bei medizinischen Diagnosen verwendete man eher das Wort Kreuz, wie in "isch habbs im Kreuz".

Buggel nuffsteische

Du kannst mer mal de Buggel nuffsteische: Dasgleiche wie "Du kannst mir mal den Buckel runterrutschen", Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000] [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Bulau

Die Auenlandschaft zwischen Hanau und Rückingen, entlang der Kinzig. In den 1970er Jahren hörte ich von älteren Leuten noch "dass in de Bulau die Mörrder sinn." Die Angst übertrug sich und man hatte als junger Jugendlicher trotz der neugebauten Autobahnen dort immer ein etwas mulmiges Gefühl.

Bumbes

Darmwind, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Buschkopp

Ungepflegte Haartracht - könnte mal wieder einen Friseur besuchen. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Buschschul

Die alte Wilhelm Busch Schule aus den 1970er Jahren lag etwas östlich der Waldsiedlung kurz vor der katholischen Kirche.

Die alte Wilhelm Busch an der Waldsiedlung

Butzlumbe

Putzlappen, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Ceylon

alter Name für Sri Lanka, wurde in den 1980iger Jahren noch von älteren Leuten benutzt.

daab

taub - auch im Sinn von "ungewürzt", "des schmeckt vielleicht daab!", Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966. Astrid Schulze aus Wachenbuche fügt noch an: "daab Nuß" für dumme Person.

Daachdieb

Tagedieb = beliebtes Schimpwort für eine unnutze Person. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Dabbes

Trottel: "Dehn Dabbes kömme in de Werkstatt nett brauche. Der gehört besser uff die Schreibstubb."

Dachkennel

Regenrinne, Quelle: Birgit Zeitler

dadefo

davon: "dadefo is mers ganz schlecht worn". Die Betonung liegt auf dem etwas längeren o am Ende. Quelle: Birgit Zeitler

dadefonn und dadefonn

Von diesem und jenem: "Dess iss dess scheene beim Büffet, du kannsder eh bissi dadefonn unn dadefonn nemme."

dämmern

eine (meist unangenehme) Tatsache langsam erkennen: "So langsam dämmert sem, dass sah Aktie nix mehr wert sinn." Gibt es eine Verwandtschaft zu dem englisch "to dim"?

darum

mit Ausrufezeichen gedacht meint es "Ende der Diskussion" oder "Das ist halt zu, dazu gibt es keine Begründung." Beispiel: "Mamma, warum darf isch heut kaa Enterprise gucke?". Antwort "Darum!".

datsche

anfassen (datsch misch emah nett so mit dahne babbische Finger so ah = fasse mich nicht so mit deinen klebrigen Fingern an.) [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

defonn hawwe

Das Ergebnis des eigenen sturen Fehlverhaltens erkennen müssen: "Dess hassde jetzt defonn, dassde immer so stenkern musst." Die Betonung liegt auf dem o.

defonn mache

Fliehen, sich aus dem Staub machen: "Als die Rogger kame, hamm unns schnell defonn gemacht." Meint: als die Rocker kamen, haben wir schnell die Flucht angetreten.

degehsche

dagegen: "Egal wass de aach vorschlääscht, der iss immer degehsche."

dehaam erum

zuhause, Quelle: Birgit Zeitler. Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: Bei "dehaam erum" würde ich eher "dahaam" = "zuhause" sagen. Demnach wäre dann auch zusätzlich das Wort "haam" Beispiel: "Isch bin miid, isch geh jetzt haam" = Ich bin müde, ich gehe jetzt nachhause.

Dehts

Kopf. Beispiel: Jets gibbts was uff'n dehts. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt an "Geh me net uff`n dehs" = gehe mir nicht auf die Nerven.

Deiwel

Teufel

Dene ihr

Ihre, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

De Rache nett voll krieje

Im übertragenen Sinne unersättlich, also gierig, sein: "Der macht e mords Geld mit Aktie, da hattern Riescher für, awwer der kriejt eifach de Rache nett voll. Mer kann nur hoffe, dass er sisch nett emah üwwernimmt." Meint, dass jemand gutes Geld mit Aktien macht, weil er einen gute Intuition dafür hat. Aber er ist unersättlich und man kann nur hoffen, dass er sich nicht einmal übernimmt.

Dess mit de Judde

Judenvernichtung, Holocaust. Als Kind in den 1970er Jahren reduzierte sich das Thema Drittes Reich im Gehörten meist auf kurze, isoliert dastehende Sprechformeln. Dazu gehörte auch der Ausdruck "dess mit de Judde", der wohl summarisch für die Behandlung der Juden stand, also auch für den Holocaust. Ein typischer Ausspruch aus der Zeit war "dess mit de Judde war natürlich nix". Oft ging der Spruch einher mit einem Verweis, dass in der NS-Zeit nicht immer alles schlecht war. Tatsächlich hat die neuere Forschung herausgearbeitet, dass die nicht-jüdische deutsche Bevölkerung der NS-Zeit die sichtbaren Repressalien gegen Juden oft innerlich stark ablehnte, gleichzeitig aber auch in der Öffentlichkeit nicht entschieden gegen sie vorging und teilweise auch ihren Profit daraus zog.

de Reih nach

nacheinander. Beispiel: "Drängelt mer net so, ihr kommt all noch drann, awwer de Reih nach". [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

De Schlaach soll eneifahrn!

Wütender Ausspruch, Quelle: Birgit Zeitler

Derngem

Dörnigheim. Natürlich benutzt wurde Derngem nur von eher alten Leuten, die noch in der Kaiserzeit oder spätestens in den 1920er Jahren geboren waren. Bereits in den 1970er Jahren war "Dörrnischheim" ebenfalls sehr verbreitet.

Die längst Zeit

Nicht mehr lange: "Der war die längst Zeit Bürjermeister. Beim nächst Mah wirrder abgewählt."

Dörrnischheim

Moderner Dialekt. Die Bezeichnung Derngem scheint als natürlich genutztes Wort auszusterben. Im heutigen Dialekt (2018) wird meistens Dörrnischheim gesagt. Die Betonung liegt auf dem ö.

Dibbe

Topf, Dippemess in Frankfurt = großes Volksfest

Dibbegucker

"Topfgucker" - Störenfried in der Küche, der neugierig in alle Töpfe schauen muss. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Dickduher

Angeber. Quelle: Birgit Zeitler

dicke Hund

des is ja en dicke Hund! = erstaunter Ausruf "Das ist ja unglaublich"! Quelle: Birgit Zeitler

Die Russe komme

jetzt kommt eine Katastrophe

Die Woch' druff

die darauffolgende Woche, die übernächste Woche, die Woche danach.

Dittesem

Dietesheim, auf der gegenüberliegenden Mainseite, heute ein Stadtteil von Offenbach

Dogder

Doktor, Arzt. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Dollwuhd

Tollwut: "Wenn de disch nett benimmst ruf isch die Dollwuht!" Drohender Ausspruch von Eltern gegen Kinder. Die Tollwut stellte ich mir dann als zähnefletschenden Wolf vor.

Dommdabbisch Kou

Dieses Schimpfwort beruht angeblich auf der folgenden Anekdote: Die "Mehlmuck" (Unname eines Bauernknechtes aus Dörnigheim) wurde einmal von einer Frau nach dem Weg nach Hanau gefragt. Die "Mehlmuck" gab Auskunft, doch die Frau hatte wohl nicht richtig zugehört, denn sie bewegte sich in die falsche Richtung. Daraufhin rief ihr die "Mehlmuck" nach: "Dommdabbisch Kou, donaus hun ich gesaat!" (Dumme, dabbische Kuh, dort hinaus, habe ich gesagt!) Quelle: Andrea Guevara Gonzalez aus Hanau

Dorddsche

Kurzform für Dorothea oder Dorothee, oft mit stimmlosem s vorangestellt. Beispiel: "sDorddsche wollt sisch umms Esse kümmern." Meint: Dorothee wollte sich um das Essen kümmern. Die Voranstellung eines s gab es auch bei Männernamen, etwas sKarlsche.

Dopsch

Kreisel, der mit einer Art Peitsche (?) immer weiter geschlagen wird. Auch Ausdruck für ein kleines Kind (Was willst dann du klaaner Dopsch?) Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Dormel/Durmel

Dumme, ungeschickte Person, Quelle: Birgit Zeitler

Dormelisch

Benommen, leicht schwindlig. Beispiel: Kerrle, mir is ganz dormelisch von dem Gleesi Wein. Meint: ich fühle mich ziemlich schwindlig von dem Glas Wein.

Dorschenanner

Unordnung, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Dorschmarsch

Durchfall, Quelle: Birgit Zeitler

Dreck am Stegge

Missetaten in der Biographie. Beispiel: "Jetzt wirdds ah noch Staatswanwältin. Dabei haddsse selbst ordenntlisch Dreck am Stegge."

dreiviertel neun

20:45 Uhr

Dribbdebach

Begriff aus Frankfurt und meint Sachsenhausen als der eigentlichen frankfurter Seite des Flusses gegenüberliegend (drüben, über dem Bach?, Kannte ich als Kind nicht)

druffhewe

Jemanden zu etwas verleiten: "Der wollt bei dem Streich gar nett mitmache. Awwer saa Klassekamerade hadden mit druffgehowe. Jetzt musser's mit ausbade."

druffschbringe

Sich leicht zu etwas verleiten lassen: "Der schbringt aach uff alles druff, was merm sacht. Mit dene Aktie hat er sogar mah was defonn gehabt." Meint: er lässt sich leichtgläubig zu allem mitreißen, bei den Aktien hatte er sogar einmal Glück damit.

Dubbe

Du hast ja en Dubbe = du spinnst wohl, nicht zu verwechseln mit Dubbee (Toupet), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Dudde

Tüte

Dumm aus de Wäsch gugge

sich wundern, oft infolge eigener Überheblichkeit. Beispiel: "Da wollder ma besonners schlau sein. Awwer hinnerher hadd dumm aus de Wäsch geguggt."

Dummbeudel

Dumme Person, Quelle: Birgit Zeitler

dunke

tauchen, neudeutsch "dippen" (eneidunke), Quelle: Birgit Zeitler

Dumm un dormelisch

Da könnt ich mich dumm un dormelisch draa esse! - es schmeckt so gut, ich kann gar nicht mehr aufhören. Quelle: Birgit Zeitler

Dunsel

abwertend für Frau, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt an

"aal Dunsel" = alte etwas verschrobene Frau.

Dursch die Labbe gehn

Nicht packen können. Beispiel: "Der issn'n widder dursch die Labbe gegange, dehn krieje se eifach nett". Meint: er ist ihnen (z. B. der Polizei) wieder entwischt, sie kriegen ihn einfach nicht zu packen.

Durschgehje

Kann soviel meinen wie übersehen. Beispiel: "Der Termin beim Zahnarts iss me schon widder durschgegange." Meint: den Termin beim Zahnarzt habe ich schon wieder vergessen oder übersehen.

Durschgehje lasse

Ungeahndet lassen: "Manschmah muss mer de Kinner aach was durschgehje lasse. Mer kann ja nett nur die Bolizei spiele."

durchgenudelt

Durch Übernutzung mürbe gemacht: "Dess Spielzoisch iss durschgenudelt. Dess kammer uffn Flohmarkt gewwe.". Aber auch im übertragenen Sinn: "Ich fühl mich komplett durchgeschnudelt vonn der Wanderung."

durschkaue

Intensiv besprechen, oft mit leicht ablehnemden Unterton gemeint: "In de Schul hammer in Erdkunde früher ehwig Nickaragua durschgekaut, awwer was de höhschste Bersch vom Schbessart iss, dess hammer net gelernt." Meint: Nicaragua wurde früher in Erdkunde ausführlich behandelt, aber was der höchste Berg des Spessarts ist haben wir nicht gelernt.

durchstudiert

Charakterlich ungefestigt durch Übermaß an Studium:"Die war schon fast Dreißig und hatt vom Lehwe noch kaa Ahnung. Die war von hinne bis vonne durschstudiert." Wörtliche Beschreibung einer um 1935 geborenen Frau zur Beschreibung einer etwa 30-jährigen Studentin, die ihren Mann mit zwei Kindern verließ.

Dürrabbel

ein dürrer Mensch, meist männlich. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

dussele

dämmern, im Halbschlaf sein: "Es gibt niks schöneres als wie morgens noch e Bissi zu dussele."

duster

Zu dunkel, dämmrig. Ehemals sehr gebräuchliches Wort: "Es iss ewass duster. Mach emah liwwer s'Lischt aa."

duxisch

neblig, duster, ungemütlich (duxisches Wetter), Quelle: Birgit Zeitler

Autorensitzung mit einem Bembel Ebbelwoi

Ebbelwoi

Apfelwein. Die bekannte Apfelweinkelterei "Höhl" (Markenzeichen "Blauer Bock") liegt im Stadtgebiet von Hochstadt, einer Nachbargemeinde von Dörnigheim.

Ebbelwoischnut

Dem hessischen Nationalgetränk sehr stark zusprechende Person, Quelle: Birgit Zeitler

ebbes

ein bisschen, Quelle: Birgit Zeitler

ehwe langts

jetzt reicht es, zum Beispiel als Einleitung zu einer Schelte für Kinder. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

eim nix sein

Unlust erzeugen: "Lass da Finger mmah liwwer bei dir. Dess Gegrapsch is mer nix."

ein in de Krone hawwe

betrunken sein. Beispiel: "Nach'm dridde Ebbler hat der spätstens ein in de Krone." Meint: spätestens nach dem dritten Glas Apfelwein ist er betrunken."

Ei Guude

nicht unübliche Begrüßung: "Ei Guude, unn?" Antwort: "Ah ja, es muss!" [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

ein druff mache

einen trinken gehen. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

eireisse

zur schlechten Gewohnheit werden: "Als Bademeister darfsde de Halbstarke nix durschgehe lasse, sonst reisst dess hinnerher noch ei." Oder "Irschendwelsche Sonderwünsche lasse mer gar nett erst eireisse."

en Forz querstegge hawwe

Übellaunig sein: "Sprech den besser im Moment net aa. Der hat emah widde en Forz querstsegge." (wörtlich: Magenwind hat sich vor dem Ausgang verklemmt, steckt quer)

en Haufe mache

Koten, eigentlich nur im Bezug auf Hunde: "Unn, hadd er schon en Haufe gemacht?" Konnte ein Hundebesitzer einen anderen im Wald fragen, wenn sie sich treffen.

ennaus

hinaus, raus, Quelle: Birgit Zeitler

enuff

nach oben, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: "eninn" = "drinnen ; rein kommen" oder auch nur "ninn" Beispiel: "Kommt endlich eninn (Komm ninn) = "Kommt endlich rein" (Zum Beispiel zu Kindern) "Komm ninn" (Komm rein). Ich kenne es auch als "enei" oder auch nur "nei" "Schön das ihr hier seit kommt doch nei (..kommt doch enei)" ----"nei un naus" = "rein und raus". Dazu auch "hinnenei" = "hintenrein"

enunner

nach unten

enüwwer

hinüber

eirenke

im übertragenen Sinn: wieder in Ordnung bringen. Beispiel: "Die hadde sisch ja mords wesche dene üwwerhängende Äst in de Woll bekomme. Awwer middlerweil hadd sisch dess widder eigerenkt." Meint: Die Nachbarn hatten sich wegen überhängender Äst schwer gestritten, aber inzwischen ist alles wieder in Ordnung.

erumdorzele

herumtaumeln: "Da seid er gestern wieder schee dursch die Stadt gedorzelt, naach dem Frühschobbe."

erumlammediern

klagen, lamentieren, Quelle: Birgit Zeitler

es schütt wie aus Eimer

es regnet wie aus Eimern, stark

eube

sich melden, Bescheid geben (eub dich, wann de komme willst!), Quelle: Birgit Zeitler

Eulsnas

Schwierig zu übersetzen, vielleicht am ehesten "ängstliches Mädchen". Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

ewitt

dagegen. Beispiel: Als ich als Kind einen vogelkundigen Nachbarn danach frug, was ich mit einer verletzten Taube machen sollte antortete er: Schmeisse ewitt. Er meinte damit, sie gegen einen Mauer zu werfen. Astrid Schulze aus Wachenbuchen sagt, da? es eher "dewitt" heißt.

Ferz

Unsinn, neumodischer Kram (des sin doch Ferz! Der hat nur Ferz im Kopp!), Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000], Superlativ: Ferz uff Krücke!

Feuermerschel

Person die gerne zündelt, Quelle: Birgit Zeitler

Fittzel

ein kleines Stück. Beispiel: geb mer ma den Fittzel Babier = gebe mir bitte einmal dieses Stück Papier

Fisselwetter

fieses Novemberwetter mit Nieselregen

Fissematente

aus der Zeit der französischen Besatzung unter Napoleon entstanden. Französische Offiziere sollen angeblich deutsche Frauen und Mädchen mit den Worten "visite ma tente" (=besuchen Sie mein Zelt) eingeladen haben. Daraus sind des öfteren Kinder entstanden, mit denen natürlich niemand etwas rechtes anfangen konnte. Aus visité ma tente wurde die Verballhornung Fissematenten, was heute das Ergebnis und den Akt des Unfuges bezeichnet. Beispiel: Mach eh ma so kaa Fissematente. Dieses Wort wird auch im Rheinland gebraucht. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Fleehbutz

Hund, Promenadenmischung, Quelle: Birgit Zeitler

Fleehhaub

schlafmütziger Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

Flitsch hänge lasse

die Flitsch hänge lasse = Die Flinte ins Korn werfen: "Lasse emah nett so die Flitsch hänge, dess wirdd schonn widder."

Flitsch

Flügel (kann ich vom halwe Hähnsche de Flitsch krieje?), Quelle: Birgit Zeitler

Flodde Oddo

Durchfall: "Von Sauerkraud krie ich immer de floddde Oddo."

Formosa

alter Name für Taiwan, wurde um 1980 noch aktiv von älteren Leuten (vielleicht Jahrgang 1910) benutzt.

Fortzklobber

Mofa. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Forz

dem liejt en Forz quer: Dem liegt ein Magenwind quer in der Verdauung, der hat ein Wehwehchen, er ist leicht krank oder verstimmt, dem passt etwas nicht.

Fratz

Eingebildete Person oder böses Gesicht. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Frankfurter Wörschtsche

etwas beleidigender Ausdruck für einen gebürtigen Frankfurter. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen.

Franzoseweißbrot

Stangenweißbrot, wie Baguette

Freckel

Ferkel. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Frierhutzel

Schnell frierende Person, Quelle: Birgit Zeitler

fuckeln oder fuggele

Schwarzmarkt Handel treiben: "Inn de schlecht Zeit hatt der sisch mit Fuggele üwwer Wasser gehalte." Hat das etwas mit der Handelsfamilie der Fugger aus Augsburg (16. Jahrundert) zu tun?

fuihaase

Sehr schwer zu übersetzen, vielleicht auch andere Schreibweise: ich du (tue) dich fuihaase" = vertreiben, verjagen oder vielleicht auch "Bei'n Deiwel jaache". Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Fuldern

gierig essen, ohne Anstand etwas in sich hineinwürgen. Ein Markscheider aus der Wetterau lernte in der Schule (1970er Jahre) die folgende Erklärung. Vor langer Zeit - vielleicht vor dem ersten Weltkrieg - kamen Erntehelfer aus dem Raum Fulda, Flieden in die Frankfurter Gegend. Deren Verhalten mu? wohl den Begriff geprägt haben. Ein Fulder ist ein Rüpel. Es gibt noch heute eine Gaststätte irgendwo zwischen Bad Vilbel und Frankfurt "Zum Fulder". Beispiel: Du ma net so fuldern. [Sprechprobe von Gunter Heim

Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Funzel

Nicht sehr helles Licht. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

gää

nicht wahr? Beispiel: Dess iss doch gar net emah so schlecht, gää!

Gaagel

Grosser dürrer Mensch. Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Gaawer

Speichel, Quelle: Birgit Zeitler

gaawern

sabbern, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim

Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

galerisch

ungelenk, unbeholfen: "Der steggesteife Kerl uff de Schlittschuh, dess sieht vielleicht galerisch aus."

Galern

herumalbern: "Gugge emah wie schee die Kinner da drüwwe erumgalern. Die sinn so rischdisch ausgelasse." Das altgriechische Wort für komisch, lächerlich heißt geloios.

gar nett

überhaupt nicht

garschdisch

böse, unfreundlich, Quelle: Birgit Zeitler

Gaul

Pferd: "Gumma wass fürn scheene Gaul" Meint: siehe das schöne Pferd.

gauze

bellen (eines Hundes): "Musse dem saan Köhder de ganse Daach so gauze?" Meint: Muss sein Hund den ganzen Tag über so bellen?

Geärwer

Halt net so e Geärwer ab = sei nicht so umständlich, übertreibs nicht so!), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

gebschnitzich

sei net immer so gebschnitzich -- was soviel bedeutet wie net immer so großzügig sein usw. Quelle: Andreas Steul

Gedöns

Geschrei um nix, Umstand, Quelle: Birgit Zeitler

Gefuhrwerk

Hantier, Aufwand, Umstand: "Dess war vielleicht e Gefuhrwerk biss me endlich die Kautsch in de Wohnstubb hadde."

geh' fort

"gehe weg" oder auch "was Du nicht sagst"

Gehleroiwe

gelbe Rübern = Karotten. [Sprechprobe von Gunter Heim

Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Gehleriewe

so nennen sich die Hanauer selbst (=Karotten siehe Gehleroiwe). Quelle: Volker Schenk aus Hanau

Geklefft

Bei Fenstern auf Kippe, bei Türen einen Spalt weit offen: "Lass die Fenster emah eweng geklefft dass was frisch Luft eneikommt." Hat dieses Wort etwas mit dem englischen "cleft" für gespalten zu tun?

Gekrisch

Geschrei: "Dess Gekrisch aussm Kinnergarrde häldst ja im Kobb nett aus." Die Betonung liegt bei Gekrisch auf dem i. Quelle: Birgit Zeitler

Gekritzel

Schlechte Handschrift "Dei Gekritzel kann kaan Mensch lese!" Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Gekruschel

Hantier, lästiges Kleinzeug

Gekwellte

Pellkartoffeln. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Gelersch

Zeug mit dem man Hantier hat: "Was wolle merrn mit dem ganze Gelersch aafange?" Könnte man zum Beispiel beim Aufräumen des Dachboden fragen, wenn man alte Campingausrüstung sieht. Die Betonung bei Gelersch liegt auf dem zweiten e.

gelle?

nicht wahr?, Quelle: Birgit Zeitler

Gelumps

altes Gerümpel, Betoung auf dem u. Quelle: Birgit Zeitler

Gemaafaulenser

Mitarbeiter der städtischen Betriebe und Verwaltungen: "Gugg nur, wie se sisch dodschaffe, die Gemaafaulenser!" Ironischer Ausspruch, dass sich die Gemeindearbeiter nicht tot arbeiten werden.

Geraffel

Begriff für Zubehör zu einer Person: "Des ganse Geraffel beim Kämpe geht mer uff'n Senkel." Das ganze Campingzubehör ist lästig.

Geripptedeckel

das passende Deckelchen für das Gerippte, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Geripptes

das passende Glas für den Schobbe, natürlich 0,3 l!, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

gerisse

getötet: "So e Kält konnt keiner üwwerlehwe. Den hatts in dem Frost gerisse". Meint: So eine Kälte konnte niemand überleben, er wurde von dem Frost getötet.

Geröhste

Bratkartoffeln (Betonung auf langem "ö"). Beispiel: geh mer maa net uff die Geröhste = gehe mir nicht auf die Nerven.

Gesox

unliebsame Personen

Gesteck

großes (?) Mädchen, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

gestobbte voll

vollkommen satt, Quelle: Birgit Zeitler

Gestobbte

wörtlich: Gestopfte = reiche Leute. [Sprechprobe von Gunter Heim

Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Gewellte

Pellkartoffeln

Gewiddermensch

jähzorniges, immer seinen Kopf durchsetzen wollendes Mädchen, Quelle: Birgit Zeitler

Gickel

Huhn (vergleiche englisch: chicken)

giekse

stechen, pieksen, Quelle: Birgit Zeitler

giggele

kichern. Beispielhafte Ermahnung zu Kindern: hört e mah mit dem Gegiggel uff!

gimmel e moh her

Komm einmal her

Gockel

Hahn (vergleiche englisch: cock)

goijl

Gurgel. Beispiel: "Dehm ahle Sack dreh isch noch emah die Goijl um!" [Sprechprobe von Gunter Heim

Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]

Goode

Patin, Quelle: Birgit Zeitler

Gorks

gieriger Mensch siehe auch "Ungeneu" oder "Allmei", Quelle: Birgit

gorkse

rülpsen

Gorschelputzer

billiger Alkohol, Fusel. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Gorschelschwenker

ein guter Tropfen (vermutlich). Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen.

Grissel

Bösartiger Mensch. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

gritzegrau

intensives Grau, Quelle: Birgit Zeitler

Grotze

kleines Kind, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: das Wort "Grotze" kenne ich auch als ähnlichen Begriff wie "Schlawitsche" z. B."... unn dann hat isch en am Grotze den Simbel" = "...und dann hatte ich ihn am Kragen gepackt den Idioten."

Grü Soß

Leckere Speise aus Sauerrahm mit sehr vielen passierten Kräutern darin. Wird mit heißen Kartoffeln gegessen. Wird viel in Sachsenhausen in der Gastronomie serviert.

gugge

hinsehen, betrachten: "Wenn der dess mit de Brüsch schwerfällt kömmer unns dess aach emah zusamme aagugge" (Wenn dir die Bruchrechnung schwerfällt, sehen wir sie uns einmal zusammen an. Oder "Gugg emah da owwe, da braut sisch was zusamme." (Sieh mal in den Himmel, dort baut sich ein Unwetter auf. Gibt es hier eine Verwandtschaft zum englischen "to look"?

Guggelhäusi

Ein Guggelhäusi machen - ein kleines Kind so ins Kissen und Bettzeug einkuscheln, dass nur noch die Augen rausgucken (Guggelscher = Augen), Quelle: Birgit Zeitler

Gusch

Mund. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich kannte ihn aus der Kindheit, er war in Dörnigheim aber meiner Erinnerung nach eher ungebräuchlich.

Guude!

Hallo!, Quelle: Birgit Zeitler

Guz

Bonbon. Beispiel: Geb dem Kinn doch noch eh Guz. [Sprechprobe von Gunter Heim Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]. Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: "Bonbon" kenne ich, wie es bei euch schon steht als "Guz", bzw. "Guzelle" aber auch als "Knolle". z. B. "Beim Faschingsumzuhch werfe se viele Knolle."

Haamduchser

heimtückischer Geselle, Quelle: Birgit Zeitler

Haggelscher

Zähne, Quelle: Birgit Zeitler

Hahne

Hanau

halber aans

halb eins, Quelle: Birgit Zeitler

Halles

Aufruhr, Quelle: Birgit Zeitler

Halligalli

große freudige Aufregung wie auf einem Volksfest

Hannebambel

einfältiger Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

Hannjeh

Person die man ausnutzen kann (Ich bin doch net euern Hannjeh!), Quelle: Birgit Zeitler

Hardekuche

Frankfurter Gebäck, schmeckt ein bisschen weihnachtlich, gibts aber das ganze Jahr über beim "Bretzelbub", Quelle: Birgit Zeitler

Hasebrot

Wieder mit heimgebrachte Brotreste, Quelle: Birgit Zeitler

heckele

(Garten)beet mit Hacke auflockern, Quelle: Birgit Zeitler

Hegge

"in de Hegge" oder "hinner de Hegge wohne", auf dem

Herr Inschenör

Provozierende Unterstellung, dass der mit Ingenieur angesprochene sich etwas zu unrecht auf seinen Titel einbilde: "De Herr Inschenöhr weißemah widder alles besser. Awwer zwaa linke Hännd hadd er immer noch." Die Betonung bei Inschenöhr liegt auf dem e.
Land leben, vorzugsweise im Hintertaunus, Quelle: Birgit Zeitler

Herzbennel

"sich de Herzbennel abrenne", sich sehr beeilen, Quelle: Birgit Zeitler

Heulsus

weinerliches Kind, weinerliches Mädchen

Hibbdebach

Begriff aus Frankfurt und meint die Frankfurter Seite des Mains (Kannte ich als Kind nicht)

Hiedrabreet

Tablett (Hintragebrett). Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

higgele

auf einem Bein hüpfen, Quelle: Birgit Zeitler

Hinkel

Hühner

hinnehie

hintenhin, Quelle: Birgit Zeitler

hinnenaach

hinterher (geh ma liewer aus dere grell Sonn ennaus, hinnenaach, biste widder am rumlammediern!), Quelle: Birgit Zeitler

hinnenaus

nach hinten, z. B. hinten im Garten, Quelle: Birgit Zeitler

hinne unn vorrne

Verstärkung bei manchen Ausdrücken. Beispiel: "So wie du da drahgehst gibt dess hinne unn vorrne nix." Meint: mit deiner Herangehensweise wirst du keinerlei Erfolg haben (etwa bei einem handwerklichen Stück).

hinnerher

Am Ende, oft wenn es um Schuldzuweisungen geht. Beispiel: "Isch rühr da nix aah. Hinnerher war ischs widder". Könnte meinen: "Ich fasse das kaputte Gerät nicht an. Am Ende bin ich es wieder Schuld, wenn es nicht wieder ganz wird."

hinner sisch bringe

Eine unliebsame Sache endlich machen: "Isch habb üwwerhaupt kaa Lust uff den Idiotetest. Awwer wenn isch de Labbe widder hawwe will, muss ischs jetzt endlich hinner misch bringe." Meint: Um den Führerschein wiederzubekommen, muss ich mich zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung endlich durchringen.

hinner sisch hawwe

vom Tode erlöst sein. Beispiel: "Der hadds hinner sisch." Meint: Er ist tot und muss sich um nichts mehr kümmern."

hinnerum

Nicht ganz ehrlich: "Bei dem musst de uffbasse was de seschst, der iss gern hinnerum." Meint: Bei ihm würde ich nicht frei reden, er ist nicht ehrlich.

hinnerumhewe

Du kannst mich ema hinnerumhewe/Du kannst mer ma schee die Ruh, Quelle: Birgit Zeitler

hinzus

Hinweg. Beispiel: Hinzus gings die gans Zeit berchuff." Meint: auf dem Hinweg ging es die ganze Zeit bergauf.

hochbaanisch

"hochbeinig", gross, Quelle: Birgit Zeitler

Hochsaascher

Snob, Angeber, Prahlhans, Quelle: Birgit Zeitler

hocke bleiwe

in der Schule sitzen bleiben, aufgrund ungünstiger Lehrerbewertungen ein Schuljahr wiederholen: "Die kann lerrne wie sie will, die lasse se doch widder hocke."

Horsch emah

höre einmal hin, auch mahnend: "Hosch emah, so mache mer dess in Zukunft awwer nett mehr, gell!"

Hottentotten

wie bei de Hottetotten = große Unordnung. Beispiel: "Bei dene ging's zu wie bei de Hottetotte." Meint: In der Familie herrschte großes Chaos, große Unordnung. Die Hottentotten waren Einheimische der deutschen Kolonie Deutsch Südwest, heute Namibia. Dass der Ausdruck abwertend gegenüber den Hottentotten sein konnte, das war wohl niemandem bewusst. Erst als älterer Jugenlicher wurde mir bewusst, dass es Hottentotten wirklich gab.

Hubbel

kleiner Hügel, Quelle: Birgit Zeitler

huddele

oberflächlich arbeiten, Quelle: Birgit Zeitler

Hundsfotze

so gut wie gar nichts, das geht dich nichts an. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen. Beispiel: "Frage

Was hast d`n da in deine Finger? Antwort: Hundsfotze". Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Huschde

Hochstadt.

Huuschder Käsdippe

Alter Uzname für die Hochstädter. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

ich leh mich um

ich gehe ins Bett schlafen, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch

"ich leh mich um" kenne ich in seiner Bedeutung auch als "ich leech mich ab" = "Ich gehe ins Bett"

ich sach auch noch üwwern

ich sage auch noch zu ihm...

Ideesche

ein kleines bisschen (kannste den Fernseh net ema e Ideesche lauder mache?), Quelle: Birgit Zeitler

Ihne ihrn

Ihr, Quelle: Birgit Zeitler

Im Kriesch

während des Zweiten Weltktrieges. Der Krieg war bis in die 1970er Jahre noch an vielen Stellen spürbar. Ältere Leute hatten oft nur ein Auge, Bein oder Arm und man spielte als Kind noch in Bombenkratern. Mit. Mit "dem Kriesch" war so gut wie immer der zweite Weltkrieg gemeint: "Der war im Kriesch, dess geht dem heut noch nah."

In de Kobb komme

Unkontrollierte Einfälle zulassen: "Die meschts, wie eres in de Kobb kommt." Meint: sie macht immer das, was ihr gerade einfällt.

In den Kobb setze

Fest vornehmen: "Was se sisch ahmah in de Kobb gesetzt hat, dess zieht se aach bis em End dursch." Meint: Wozu sie sich einmal entschieden hat, das führt sie bis zu Ende durch.

In de Maa geje

Selbstmord begehen. Beispiel: "Der sinn die Schulde üwwer de Kobb gewachse, da isse in de Maa gegange." Meint: Ihr sind die (Geld)Schulden zu viel geworden, deshalb hat sie sich im Main ertränkt.

in de Rei sein

gesund sein: "Isch binn nett ganz in de Rei, isch bleib heut besser daheim und kurier misch aus."

in die Rei komme

gesund werden: "Nemm daa Tablette und gugg, dass de widder in die Rei kommst."

in die Welt setze

eines oder mehrere Kinder zeugen oder gebären, oft mit einem tadelnden Unterton. Beispiel: "Schaffe dun se nix, awwer kinner in die Welt setze dun se am laufende Band." Meint: Sie haben zwar kein Einkommen, aber produzieren viele Kinder.

Inngeplackter

Zugezogener. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen. Hat das Wort etwas mit dem niederländischen "Plek" (=Platz) zu tun?

Isch bin probbevoll

Ich bin voll und ganz satt

iwwernobbe

überstehen (er hat die Krankheit gut iwwernobbt), Quelle: Birgit Zeitler

Jacht un Zucht

Unfriede, Krach, Gezeter, besonders bei Kindern, Quelle: Birgit Zeitler

Jäh jäh

Angelsächsische Nachkriegsmusik, insbesondere Rock und Pop aus den 1960er und 1970er Jahren. Ein typischer Ausspruch eines noch in der Kaiserzeit geborenen Mannes gegenüber Jugendlichen war: "Euer Jäh Jäh kammer sisch nett mit aahöre."

jaunern

jammern (Euern Daggel hat die ganz Nacht gejaunert), Quelle: Birgit Zeitler

jemand uffziehe

jemanden provozieren

Jobbelsche

Jacke, Quelle: Birgit Zeitler

Juddeferz

ein unfaßbarer Begriff: Mindestens noch bis in die 1980er Jahre konnte man als Kind an den Kiosk gehen und nach "Juddeferz" fragen. Man bekam dann ohne weitere Rückfragen einen Verband kleiner Einerkracher (Feuerwerkskörper). Wörtlich übersetz lautet das Wort Judenfürze.

Juggele

Eine suchende hin- und her Bewegung: "Die Kerzz basst net genau uff de Kerzehalter. Die musst e bisse eneijuggele." Meint: die Kerze passt nicht genau in die Haltertülle. Man muss sie etwas hin und her hineinwackeln.

Juxplatz

Festplatz, Quelle: Birgit Zeitler

Kaan aane

Keiner: "Mit de Lehrlinge hadde mer dissjahr mords Glück. Mer hawwe fünf eigestellt und kaan aane schlechte war dabei."Meint: "Mit den Lehrlingen hatten wir dieses Jahr Glück. 5 haben wir eingestellt und kein einziger schlechter war dabei.

Käsblatt/Käsblättche

Regionale Zeitung, z. B. Es "Derngemer Echo" (mittlerweile aufgegangen im Maintaler Tagesanzeiger") Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Käsfies

Stinkfüsse. Die Betonung liegt auf dem etwas länger gesprochenen ä. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Kääsmatte

Quark. "Matte" ist ein altes deutsches Wort und heißt soviel wie Stoff. Es kommt vor im Hüttenprozess (die Matte) und vermutlich auch in der Mineralbezeichnung "Wismut" = wei?e Matte. Verbindung mit dem englischen "matter"?

Kabbes

Unsinn: "Redd emah so kaan Kabbes", Quelle: Birgit Zeitler

Kaboizi

Kleines Zimmer, kleine Hütte: "Da hinne in dem Kaboizi hadd er sisch e klah Werkstatt eigerischt."

Kabuff

Kleine Kammer, zum abstellen: "Dess Gelersch stelle mer in de Kabuff. Da isses erstemah ausm Weesch." Meint: Den Krempel stellen wir in die kleine Kammer, dann ist er erst einmal aus dem Weg.

Kadi

Gericht. Beispiel: "Wass hadd die nur immer die Moralische gegewwe! Jetzt stehtse selbst vorm Kadi." Meint: Sie war stets eine Moralapostelin. Doch jetzt steht sie selbst vor Gericht.

Karde klobbe

Karten spielen: "Samsdaachs gehn die immer Karde klobbe." Die Betonung liegt auf dem kurzen a. Quelle: Birgit Zeitler

Karlsche

Koseform für Karl, oft mit stimmlosem s vorangestellt. Beispiel: "sKarlsche wollt aach zum Karrdespille komme." Meint: Karl wollte auch zum Kartenspielen kommen.

Karressade gehe

(Na Schorsch, duhste widder Karressade gehe), strunze gehe, uff die Juchhee gehe. Quelle: Birgit Zeitler

Käswatz

blasser Mensch, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Keddsche

Kurzform für Käthe, oft mit stimmlosem s vorangestellt. Beispiel "Dess wirds sKeddsche am beste wisse." Meint: Das wird Käthe wohl am besten wissen.

Keesquante

Schweissfüsse, Quelle: Birgit Zeitler

Kerb

Rummelplatz: "Nächst Woch is widder Rummelplatz, da baue se widders Bierzelt uff."

Kerle Kerle Kerle!

Ungläubiger Ausruf, Quelle: Birgit Zeitler

Kerle naa!

Verdammt: "Kerle naa, jetzt haw isch mer schon widder mimm Hammer uff die Finger geklobbt." Quelle: Birgit Zeitler

Kinnerschees

Kinderwagen, Quelle: Birgit Zeitler

Kinz

Kinzig, Nebenfluß des Mains mit der Mündung nahe dem Schloss Philippsruhe in Hanau

Kittel, brennender

"Ich glaab, dir brennt de Kittel!" (Ich glaube, du spinnst!). Quelle: Birgit Zeitler

klaakrieje

so lange an etwas basteln, rumprobieren etc., bis es endgültig kaputt ist, Quelle: Birgit Zeitler

klebbern

Rohes Ei (ohne Schale) mit der Gabel durch schnelle Schläge aufschäumen oder verrühren. Wurde als "Geklebbert Ei" gegessen.

Kleeskopp

Dicker Kopf, Quelle: Birgit Zeitler

Klicker

Murmeln: "Als Kinner hammer immer gern Klicker gespielt. Un inn de Schuul hadde mer sogar emah e Klickerbahn gebaut."

Klotzkopp

Sturer Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

Klowe

rücksichtsloser, brutaler Kerl, die Steigerung vom "Olwel", würde ich sagen, Quelle: Birgit Zeitler

Klumbatsch

Gerümpel, Quelle: Birgit Zeitler

Knallaach

Blaues Auge (nicht von Natur aus!), Quelle: Birgit Zeitler

Kneddel

kleine Kotballen, wahrscheinlich nur vom Hasen (Hasekneddel). Wenn es jemandem sehr gut geht, dann kann man auch sagen

"Der lebt wie de Spatz in de Kneddel", was soviel bedeutet wie "Leben wie Gott in Frankreich".

Kneibsche

Küchenmesser: "Es geht mer nix üwwer e guud Kneibsche in de Küsch."

Knilsch

seltsamer Kerl. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Knoddel

Kleines Kind, Quelle: Birgit Zeitler

Knoddelschuster

Flickschuster, Quelle: Birgit Zeitler

knoddern

nörgeln, Quelle: Birgit Zeitler

Knorz

Brotende

knorze

sich aaner abknorze, sich ungeschickt anstellen, Quelle: Birgit Zeitler

Knotterbix

Nörgelnde Person, vorwiegend weiblich. Quelle Birgit Zeitler, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch "Knotterbix" kenne ich auch als Begriff für eine Unterhose. "Bix = Hose" Vielleicht sogar eher "Knotterbüx" gesprochen.

Kolder

Decke: "Die Omma hadd sisch immer gern a Kolder üwwer die Baa gelehschd."

Kollerawe

Kohlrabi. Quelle: Birgit Zeitler

Komiker

Kabarettist, Comedian. Das Wort Komiker wurde früher auch für berufsmäßige Spaßmacher benutzt, die man heute oft Comedians nennt. Auf eine Alltagsperson bezogen schwang in dem Wort mit, dass die betreffende Person ihre komische Wirkung mindestens halb wissend toleriere oder sie sogar wünscht.

Kopp

daß em de Kopp nach hinne steht = jemandem so einen in Gesicht schlagen, da? "ihm der Kopf nach hinten steht"

Kopp unn Arsch

unzertrennlich. Beispiel: "Die zwei sinn wie Kopp und Arsch." Mein: die zwei sind die besten Freunde.

Kopp, zerreisse

sich de Kopp zerreise = intensiv über etwas nachdenken. Beispiel: Üwwers Wedder du isch me nett de Kopp zerreisse = Über das Wetter denke ich nicht besonders intensiv nach

Kordel: "Dess binne mer mit erer Kordel zusammen."

Faden

Korze

entweder kleines Kind oder Verdauungsschnäpschen, Quelle: Birgit Zeitler

Kraanewasser

Leitungswasser (Betonung liegt auf dem langen "aa")

Krafane

Faxen, Possen, Albernheiten: "Lass emah die Krafane und guck liwwer, dass de was geschafft kriehst."

kraschbele

rascheln (ich glaab, ich hör was kraschbele!), Quelle: Birgit Zeitler

Krebbel

Hefegebäck, mal gefüllt und mal nicht, meistens zur Fassenacht, Quelle: Birgit Zeitler

Kreuz

Rücken: "Von der Erwedd uffm Acker hawwischs jetzt im Kreuz." Meint: von der Arbeit auf dem Acker habe ich jetzt Rückenprobleme.

Kristche

aal Kristche, alte Frau, Quelle: Birgit Zeitler, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch "Kristche" bzw. "aal Kristche" ist meines Wissens nach schon richtig als "Alte Frau" übersetzt, spielt aber dabei auf den starken christlichen Glauben der älteren Generationen an.

kriwwelisch

Im Moment ungeduldig: "Wenn isch seh wie du die Schrauwe enneidrehst werr isch gans kriwwelisch." Meint vielleicht: "Wenn ich sehe, wie langsam oder ungeschickt du die Schraube drehst, werde ich ganz nervös.

Krullekobb

Lockenkopf, Quelle: Birgit Zeitler

krumbelisch

zerknautscht: "Die Decke iss ganz krumbelisch, mach die mah widder glatt (z. B. eine Bettdecke)". Quelle: Birgit Zeitler

Krummet

2. Grasschnitt auf der Wiese. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Kummern

Gurken. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Kuttebrunzer

eigentlich "Mönch", auch vulgär für "Katholik" an sich, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Kwetsche

Zwetschgen

läbbärn

es läbbärt sisch = es kommt einiges zusammen. Beispiel: Auch wenn net jeder viel gibbt, em End läbbärt sich doch was zusamme, beim Spende.

La Brood

Laib Brot

laafe = laufen z.B.

"Laaf ma schnell zum Kall und hol en Hammer" = Lauf mal schnell zum Karl und hole einen Hammer", Quelle: Andreas Dollmann

Ladeuchte

Laterne (Geh mer mal aus de Ladeuchte = verschwinde!), Quelle: Birgit Zeitler

lang Gaas

großes Mädchen, Quelle: Birgit Zeitler

Latwersch

Mit der Betonung auf dem e: Pflaumenmus. Statt Latwersch wurde auch oft Legmerje gesagt. Eine Dörnigheimerin (Jahrgang 1938) und eine Wachenbüchenerin (Jahrgang 1939) bestägiten, dass beide Worte dasselbe meinten.

Läuszippel

Auch Läusert (frecher, aber auch gewitzter Bub). Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Legmerje

Pflaumenmus, meinte dasselbe wie Latwersch.

Lindenstrasse

Name der heutigen Kennedystrasse in Dörnigheim, bevor der US-Präsident gleichen Namens Anfang der Sechziger durchfuhr und die Strasse anschliessend umbenannt wurde, ob er damals auch gesagt hat "Ich bin en Derngemer" ist nicht überliefert..., Quelle: Birgit Zeitler

Linksdatsch

Linkshänder, Quelle: Birgit Zeitler

liwwern

kaputtmachen: "Kaum hatt er die Finger draa, iss es schon geliwwert." Meint: Er hat es kaum angefasst, da ist es schon kaputt. Quelle: Birgit Zeitler

luhrn

lauern, aufmerksam beobachten (Ähnlichkeit zum englischen to lurk?)

ma me uns uff

lass uns gehen (machen wir uns auf)

Maa

der Flu? Main. Beispiel: isch geh in dem Maa = ich gehe in den Main = ich begehe Selbstmord

Maabootscher

grosse Schuhe, Quelle: Birgit Zeitler

Mach kaa Sache

ist ein Ausdruck großer Verwunderung. Beispiel: Adam hört, dass seine Schwester Minna in einer Lotterie eine Reise nach Paris gewonnen hat. Er ruft aus "Mach kaa Sache!"

Maafranzose

angeblicher Ausdruck für Dörnigheimer wie er vielleicht von den Mühlheimern auf der anderen Mainseite benutzt wurde. Quelle: Andrea Guevara Gonzalez aus Hanau

Maahinkel

Alter Uzname für die Dörnigheimer), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Maamauerbaabambeler

Spitzname, den die Hanauer den Steinheimern geben. Wörtlich Mainmauer-Beinherunterbaumeler, also Leute die untätig auf einer Mauer am Main sitzen und dabei nichts Rechtes tun. Quelle: Volker Schenk aus Hanau

Zucht

Krach: "Macht e ma net so e Zucht", meint: macht nicht so einen Krach, besonders zu Kindern

Mahne

hölzerner Transportbehälter für gepflücktes Obst

Mamme

Mama. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

mandeniern

beherrschen. Beispiel "Kerle, der kann den Hund ja gar net mer rischdisch mandeniern" (=Owei, der ist ja nicht mehr Herr über den Hund)

Adam Manns aus Dörnigheim

Mannse Adam

Adam Manns. Die Umdrehung der normalen Namensfolge war früher üblich. So sprach man auch vom Nixe Karlsche (richtiger Name Karl Nix). Adam Manns wurde 1876 in Dörnigheim geboren und gründete dort in den 1920er Jahr die Silberschmiede Adam Manns.

matschelisch

zu weich: "Die Quetsche sinn zu matschelig. Da mache besser Latwersch drauß." Meint: die Pflaumen sind zu zermatscht, aus ihnen machen wir besser Pflaumenmus. Quelle: Birgit Zeitler

Matte

Quark, siehe auch Kääsmatte. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Mattekuche

Käsekuchen. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Matzel

Sand in den Augen: "Mach derr mah die Matzel aus de Aache."

Matzelaache

verklebte Augen haben nach dem Aufwachen, Quelle: Birgit Zeitler. Es gibt auch den Ausspruch: vermatzelte Augen haben.

Mehlmuck

(gesproche eher "Mäh") ein heute (2001) noch gebrauchter Ausdruck für eine besonders lustlose, korpulente Person: "Die aahl Mehlmuck".
Mählmuck lait schon widder uffm Sofa anstatts dass se was vernünftisches schaffe däht!", Quelle: Birgit Zeitler

Mensch

des Mensch = weibliche Person im negativen Sinn, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Mickeuzer

Jemand der alles und jeden ärgern muss, Quelle: Birgit Zeitler

Millem

Mühlheim, auf der gegenüberliegenden Mainseite, heute ein Stadtteil von Offenbach.

Mimm Fliescher in de Urlaub

Mit dem Flugzeug in den Urlaub

Mimm Kobb dursch die Wand

Auch in aussichtsloser Lage stur: "Dibblomahdisch war die nedd. Die wollt immer nur mimm Kobb dursch die Wand."

Mir leids uff

Wie komme ich dazu, das zu tun? Warum sollte ich das tun? Beispiel: "Mir leids uff dehm saa erwedd zu mache" (Warum sollte ich seine Arbeit tun?). Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: mir liejts uff" hat auch eine andere Bedeutung in einem anderen Satz z. B. "Mer liejts uff de zung" = "Mir liegts auf der Zunge"

mobbele

etwas nicht tun (dem du ich was mobbele - für ihn tu ich das nicht!), Quelle: Birgit Zeitler

mobbelisch

dick, Quelle: Birgit Zeitler

Mobbelsche

Kleiner dicker Mensch, oder auch Begriff für ein Baby, Quelle: Andreas Dollmann

möbsele

unangenehm riechen, Quelle: Birgit Zeitler

Mond

dann wirst de uff'n Mond geschosse: lapidar dahergesagte Drohung gegenüber Kindern

motz Sach

tolle, große Sache, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch

"motz Sach" kenne ich ein wenig anders, zumindest anders ausgesprochen "mords Sach"

Motzkopp

Nachtragender, beleidigter Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

Nach hinne losgeje

ins ungewollte Gegenteil verkehren. Beispiel: "Dess mitem Schneggegift is nach hinne losgegange. Jetzt hat er mehr von dene Viescher im Garrde als wie vorher." Meint: Das Schneckengift hat sich ins Gegenteil verkehrt. Jetzt hat er mehr Schnecken im Garten als vorher.

Nachtkapp

Einfältiger Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

nasse Hut uffhawwe

ich glaab, du hast en nasse Hut uff (Du spinnst wohl!), Quelle: Birgit Zeitler, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch "Nasse Hut uffhawwe" kenne ich auch ein wenig anders, nämlich "Nass kapp" "Isch glaab isch hab e nass kapp uff" = "Das glaub ich ja wohl nicht" oder auch "ich werde verrückt" oder "das kann doch alles nicht sein" oder auch "Ich spinn wohl" --- "Du hast wohl e nass kapp uff" = "Du tickst doch nicht ganz richtig"

Nawwel

(Bauch-)Nabel. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Nehwer de Kapp

nicht ganz gesund oder etwas verwirrt. Beispiel: "Isch fah hoid besser kaa Fahhrahd. Isch binn e bisse nehwer de Kapp" = Ich fahre heute besser kein Fahrrad. Ich fühle mich etwas unwohl (oder wirr).

nemmer...

nicht mehr. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen.

Nett die Bohne

Überhaupt nicht: "Da kann bassiern was will, Politik interessiert den nett die Bohne."

neuschiern

neugierig sein, gaffen (Ei Omma, duuste widder neuschiern!), Quelle: Birgit Zeitler

Niggeloos

Nikolaus. Mehrzahl: Niggelees. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Nixnudds

Nichtsnutz: "Dene ihrn jüngste issn rischdische Nixnudds. Aus dem wirrd emah nix." Meint: ihr jüngster Sohn wird im Leben versagen.

nixnuddsisch

überflüssig. Beispiel: nixnudssisch Gebabbel = sinnloses, unnützes Gerede

noch unn nöcher

vielzahlig. Beispiel: Schöne Stränd gibts da unne noch unn nöcher, awwer ordenntliche Hotels hawwe se da kaa. (Beschreibung einer Urlaubsinsel)

Nuddel

Schnuller. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

nuffzuus

aufwärts (nuffzuus fahrn mer mitm Uffzuuch), Quelle: Birgit Zeitler

Ochseaach

"Ochsenauge" Spiegelei, Quelle: Birgit Zeitler

ödepetete

fein, affektiert. Beispiel: Ach, was is di so ödepetete

Offebescher

Jemand aus Offenbach am Main. Die Betonung liegt auf dem e.

Olwel

Grobian, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

orsch

arg - es geht mehr orsch gut heut!, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Owacht gewwe

Aufpassen (Betonung liegt auf dem "O")

Owwerolwel

noch schlimmerer Grobian, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Parre

Pfarrer, Quelle: Birgit Zeitler

Pedder

Pate, Quelle: Birgit Zeitler

Peifedeggel!

denkste! War wohl nix!, Quelle: Birgit Zeitler

Pissblum

Löwenzahnblüte, Quelle: Birgit Zeitler

Pitsch

Pfütze, Quelle: Birgit Zeitler

Placke

hinfallen: "Biste widder hiegeplackt". Quelle: Birgit Zeitler

Platthokler

wahrscheinlich ein "nicht aufgegangener Kuchen" oder generell alles Flache, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

plotze

eine Zigarette rauchen. Beispiel: "isch geh ma uff de Balkong (Betnonung auf dem "a"), ah plotze"

Pollack

Abwerted für einen Polen. Die Betonung des Wortes liegt deutlich auf dem o.

Puddelche

Babyfläschen. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

puddeln

Mit Wasser spielen. z.B. Wenn ein Kind im Vollgelaufenen Waschbecken rumspielt. "Puddel net so mit dem Wasser erum, des wird doch alles nass", Quelle: Andreas Dollmann

puddelnaggisch

vollkommen nackt: "Beim Dogder musster sisch puddelnaggisch ausziehe. Des warm sichtlich peinlich." Quelle: Birgit Zeitler

Puhlkaut/Puddelkaut

Jauchegrube, Quelle: Birgit Zeitler

Quantum

Ausreichende Menge: "Wenn isch mah Quantum habb, dann brauch isch nett noch mehr."

Quetschemännche

Typische Frankfurter Figur, die auf dem Weihnachtsmarkt verkauft wird, Quelle: Birgit Zeitler

quittegääl

quittengelb, Quelle: Birgit Zeitler

Rabbel

e Rabbelsche mache = pinkeln, Quelle: Birgit Zeitler

rabbele

pinkeln, urinieren. Beispiel: "Haldemah an. Isch muss emah rabbele." Meint beim Autofahren: halte bitte einmal an, ich muss pinkeln.

raffe

Verstehen: "Des mit den Prohzente kannste em erklärn wie de willst, dess rafft eh net."

Raffel

Schlechtes Gebiss, Quelle: Birgit Zeitler. Beispiel: "lass der ma da Raffel richte" = gehe vielleicht einmal besser zum Kieferortophäden

Ranke

dicke Scheibe Brot, Quelle: Birgit Zeitler

Ranze

Bauch "Der hat ja en mords Ranze aahänge!" (Er trägt einen recht dicken Bauch mit sich herum!). Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Ranzeblitze

Bauchgrimmen (vielleicht nach zu häufigem Ebbelwoigenuss?), Quelle: Birgit Zeitler

rappeldärr

sehr dünn: "Die Moddels sinn ja all reppeldärr." Quelle: Birgit Zeitler

Rawaasch

Chaos, Quelle: Birgit Zeitler

Reissdeiwel

Bezeichnung für hyperaktives Kind, das "alles klaakrieht", also alles kaputtmachen muss, Quelle: Birgit Zeitler

Remms

Kaputt gehen (des gaagelisch Ding werd bald die Remms krieje), Quelle: Birgit Zeitler, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch

"Remms" kenne ich auch anders verwendet. z.B.: "Mer gehds net so guut, isch glaab isch kriech die remms" = "Mir geht's nicht so gut, ich glaube ich werde krank."

Riwwelkuche

Streuselkuchen

robbe

zerrupfen. Beispiel: der hadd den Brief zerrobbt. Kann aber auch ein aktives auf dem Boden herumkriechen meinen: "Die Kinner sinn de ganze Daach uffm Boden erumgerobbt. Jetzt hawwe se Löscher in de Hoos."

Rotzküwwel

frecher Bengel. Beispiel: "Dem Rotzküwwel gehörn emaa die Lewidde gelese, annerst finndt der saa Grense nett."

Rotznas

Frecher Bengel oder Göre."

rückzus

Heimweg. Beispiel: awwer dadefür hadde me rückzus Rüggewind (aber dafür hatten wir auf dem Rückweg Rückenwind)....

rumdabbe

herumlaufen. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

rumgondele

durch die Gegend fahren, Quelle: Birgit Zeitler

rumjuggele

hin- und herschaukeln, Quelle: Birgit Zeitler

Rummelplatz

Kerb

rumstenkern

provozieren

Saa Last hawwe

Ärger haben, geplagt sein durch etwas. Beispiel: "Der hat saa Last mit dem Haus. Als geht was anneres kabutt." (Der hat viel Ärger mit dem Haus, ständig ist etwas anderes kaputt.

Saas em Kall

Was Du sagst, interessiert mich nicht. Die Enstehung dieses Spruches soll angeblich auf die folgende Anekdote zurückgehen: Es gab einmal einen Bauern namens Karl, der einen Knecht hatte, der "Mehlmuck" gerufen wurde. Eines Tages fuhr Karl mit seinem Pferdefuhrwerk nach Hanau und kehrte in eine Kneipe ein. Die "Mehlmuck" blieb auf dem Wagen sitzen und wartete. Da kam ein Polizist und forderte die "Mehlmuck" auf, den Wagen wegzufahren, weil er so nicht stehen bleiben könne. Die "Mehlmuck" hatte aber weder Lust, den Wagen wegzufahren, noch den Bauern aus der Wirtschaft zu holen und antwortete nur "Saas em Kall!" Quelle: Andrea Guevara Gonzalez aus Hanau.

Saaschbock

Mensch mit "Konfermandebläsje", Dauergast auf dem WC, Quelle: Birgit Zeitler

saischen

pinkeln, urinieren. Beispiel: "der hadd sisch vor Schiss in de Hoos gesaischt." Meint: er hat vor Angst in die Hosen gepinkelt. Hat das etwas mit dem bergmännischen Fachwort "seiger" für senkrecht nach unten weisend zu tun? Beim Pinkeln fällt der Urin ja auch senkrecht nach unten.

Salaad aamache

Salat anmachen, das heißt ihn mit Essig, Öl, Gewürzen und Kräutern versehen

Salaad ummenge

Salat mit der So?e umrühren

Sbässi

Spä?chen. Beispiel Onkel zum Kind: "woll me ma e Sbässi mache?" = Wollen wir einmal einen Spa? machen?

Schääs

Kutsche (aus Französisch: chaise). Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen. Auch abwertend für altes Auto: "Was hast du en dir da für e aal Schääse aageschafft" = Was hast du dir denn für ein altes, wackliges Auto gekauft?

Schaawächtern

Des is der vielleicht e Schaawächtern - sie ist ziemlich kokett (?),Quelle: Birgit Zeitler

Schadeek

aal Schadeek = alte Frau?, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Schaffe wie en Brunnebuttser

Arbeiten wie ein Brunneputzer = viel arbeiten. Typischer Ausspruch: "Der kann schaffe wie en Brunnebutzer." meint, dass jemand fleißig und hart arbeiten kann. Brunnebutzer kann aber auch mahnender Hinweis auf berufliches Versagen genutzt werden: "Wenn de disch nett endlisch emah e bissi mehr uffn Hinnern setzt, dann endst de emah als Brunnenputzer." Meint: wenn du nicht endlich anfängst ordentlich (für die Schule) zu lernen, wirst du einmal im Niedriglohnsektor enden.

Schaffe

übliches Wort für arbeiten

Schässlong

Sofa, Couch. Beispiel: "Em Sonndaach lee isch misch em liebst uff die Schässlong."

Schawellsche

Schemel. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Schboize

spucken. Beispiel: "Der schoizt uff die Gass wie en Furhmann." Meint: Der spuckt in der Öffentlichkeit so primitiv auf die Straße wie ein Fuhrmann.

Schboizknoil

Unappetliches Papiergeschoss in der Schule. Von der Klasse 6 bis 8 war es in der Schule früher (um 1980) Mode, kleine Papierfetzen im Mund breiig zu kauen und daraus kleine Papierkügelchen zu formen. Diese ließ man etwas antrocken. Dann hatte man einen Schboitzknoil. Diesen konnte man gut in Blasrohren im Klassenraum verschießen. Blasrohre entstanden leicht aus entkernten Filzstiften.

Scheese

hingehen, hinfahren (auch: überall dabeisein müssen), Quelle: Birgit Zeitler

Schelle

schimpfen. Beispiel: Der schillt ja wie en Rohrspatz.

Schelleh

Marmelade (Gelee). Betonung auf erstem "e". Beispiel: Geb me mar de Schelle! (Gib mir einmal bitte den Gelee). Das erste "e" könnte auch als leichter i-Laut anklingen.

Schelleklobbe

Bei Fremden klingeln und wegrennen, Quelle: Birgit Zeitler

Schenne

schimmpfen. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen.

Schepp

schief. Beispiel: hald emah die Stang nett so schebb = halt die Stange nicht so schief.

Schelle

schimpfen. Beispiel: Was schillt der schonn widder mit saane Kinner so erum? (=Warum schimpft der denn schon wieder mit seinen Kindern?)

Scheppbaanisch

krummbeinig, Quelle: Birgit Zeitler

Scherzebennel

Schürzenband (der hängt seiner Mudder als noch am Scherzebennel - er wird einfach nicht erwachsen!), Quelle: Birgit Zeitler

Scheusel

entweder hässlicher Mensch, aber auch böser Mensch, Quelle: Birgit Zeitler

Schiss hawwe

Angst haben: "Nachts allah in de Bulau, da hädd isch aach Schiss." Meint: wenn ich nachts alleine im Waldgebiet mit dem Namen Bulau wäre, dann hätte ich auch Angst. Die Bulau lag zwischen Hanau-Wolfgang und Rückingen. Sie galt früher als ein gefährlicher Ort

Schissgässi

kurzes Verbindungsstück zwischen Kennedystrasse und Frankfurter Strasse in Dörnigheim (mittendrin steht ein Briefkasten), Quelle: Birgit Zeitler. "Schiss" oder "Scheiß" mit Ortsnamen deutet darauf hin, dass dort Hunde ausgeführt wurden. So hieß auch das heute bebaute Gelände zwischen Berliner Straße und Albert-Schweizer-Straße früher "de Scheißacker". "Geh ma uffn Scheißacker" war eine Aufforderung, den Hund dorthin auszuführen.

Schissmelle

Unkraut, Quelle: Birgit Zeitler

Schlaachskabbutt

Total erschöpft, Quelle: Birgit Zeitler. Beispiel: "Isch bin schlaachskabutt nach so'em Daach."

Schlächtbabbler

So was wie Dummschwätzer. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit kennen, er war aber eher ungebräuchlich.

Schlafhaub

Verschlafene Person. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Schlaflied

heija bobbaja schlaachs Gickelschje dood, lehscht me kaa Eier unn frißt me maa Brood. Hochdeutsch: Heija bobbaja schlage das Hühnchen tot, es legt mir keine Eier und frißt mir mein Brot...

Schlambes

Schlamm: "Gumma wass die Kinner ihrn Schbass hawwe in dem Schlambes."

Schlappmaul

Dummschwätzer

Schlawitsch

am Schlawitsch packe, am Kragen packen, Quelle: Birgit Zeitler

Schlecht Zeit

Meistens die Zeit nach Kriegsende 1945 bis zur Währungsreform 1948. Beispiel: "Da wahrste froh, wenn de mah en Budding esse konndst, dess war so in de schlecht Zeit."

Schlehmiel

Spitzbub. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Schlickser

Schluckauf, Quelle: Birgit Zeitler

Schliwwer

Holzsplitter, Quelle: Birgit Zeitler. Beispiel: "Aua, ehwe haww'isch mern Schliwwer gefange." Meint, dass jemand einen Holzsplitter in die Haut bekommen hat.

Schlüppche

Frankfurter Mädchen. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt an: heißt auch "leichtes Mädchen".

Schluri

Unordentlicher oder unzuverlässiger Mensch: "Dess war vielleischt en Schluri. Er iss awwer immer demitt durschgekomme." Quelle: Birgit Zeitler

Schmalzdaggel

Schlagersänger, vielleicht nicht so repräsentativ (Der Inbegriff eines "Schmalzdaggels" war für uns früher immer Roy Black...), Quelle: Birgit Zeitler

Schmalzkraut

Feldsalat. Feldsalat wurde von manchen älteren Leuten bis etwa 1980 überhaupt nicht gesagt.

Schmiss

Schläge (Wenn ich zu spät haamkomm, krieh ich widder mei Schmiss...), Quelle: Birgit Zeitler

Schmuh

Betrug, Quelle: Birgit Zeitler

Schmuslabbe

Schleimer - siehe auch "de scheene Willi", Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Schnederedett

Mund, vor allem einer der viel redet. Beispiel: Jetzt halt endlich ma da Schnederedett!

Schneubisch

wählerisch, vor allem beim Essen, Quelle: Birgit Zeitler

Schnibbele

Schneiden, zum Beispiel in der Küche: "Du könndst schonnemah die Bohne für de Eintopf schnibbele."

schnuddele

etwas verschütten oder über jemanden herziehen, Quelle: Birgit Zeitler

Schnuffeliern

schnüffeln, "erumschnuffeliern" = herumschnüffeln, Quelle: Birgit Zeitler

Schnuhde

Mund: "Butz der mah die Schnuhde ab, dass de widder manierlich aussiehst."

Schnullnas

Auch Schnulldippe (sehr junges Mädchen vgl. auch Rotznas), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Schnüss

Mund: "Jetzt halt emah daa Schnüss. Mer kann daa Gebabbel langsam nett mer hörn."

Schobbe petze / Schobbe robbe

Ebbelwoi trinken), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Schobbe zerrn

En Schobbe zerrn = einen trinken gehen

schoggele

schaukeln (Kinnerschees schoggele), Quelle: Birgit Zeitler. Nach Andreas Steul sollte es eher "schuggele" heißen. Beispiel: duust de mich ema aaschuggele oder es bobbelsche eigeschuggelt - was soviel heißt wie - das kind eingeschläfert eingeschaukelt

Schorsch

Georg (ähnlich wie Englisch "Dschordsch")

Schoose

Sache z. B. "Die ganze Schoose werd doch widder nix" = "Die ganze Sache wird doch wieder nichts" oder "Mer is die Salatschüssel runnergefalle un nu liecht die ganze Schoose uff der Erd" = "Mir ist die Salatschüssel runtergefallen und jetzt liegt alles auf dem Boden", Quelle: Andreas Dollmann

Schossee

Landstraße, das e am Ende von Schossee wird lang gesproche. Die Betonung liegt auf dem o. Auch die Kennedystraße wurde früher Schossee genannt: "Nemm de Hunnd an die Leine wenn üwwer die Schossee gehst."

Die Kennedystraße in Dörnigheim

Schreibstubb

Bürotätigkeit. Beispiel: "Der schafft bei de Casella uff de Schreibstubb." Meint: er übt in dem Fechenheimer Chemiebetrieb Casella eine Bürotätigkeit aus.

Schwelles/Schwellkopp

dicker Kopf, Quelle: Birgit Zeitler

Seckbach

Nach Seckbach komme = in die Klapsmühle eingewiesen werden. Seckbach ist ein Vorort von Frankfurt in dem es anscheinend ein Heim für geistige Behinderte gab. Wurde oft als Drohung verwendet um Kinder zur Vernunft zu bringen: "Wenn de nett hörst, kommste nach Seckbach!"

Sein

bin, sein. Beispiel: "Ich sann doch noch gar net ferdisch". Oma Lapp jedenfalls hat oft "sann" gesagt. Ihre Schwester hat übrigens immer, wenn sie zu Besuch kam, "Ich seins!" (ich bin's) gesagt. Quelle: Birgit Zeitler

Sein eischene Kobb hawwe

Individualist sein: "Die hadd ihrn eischene Kobb. Die krisste von auße nett gesteuert."

Sellemah

seinerzeit

s'Gehabbte

das Gewohnte: "Em liebste iss merrs, wenn isch jeden Daach maa Gehabbtes hab." Am liebsten ist mir eine starre tägliche Routine.

Sich dabbisch aastelle

trottelig sein: "Von dene Tablette werrd isch immer ganz dabbisch. Da fass isch besser nix aa."

Sich de Dood hoole

Ernsthaft seine Gesundheit gefährden: "Zieh bei dem Soiwetter besser die Jack üwwer, sonst holsder noch de Dood." Meint: ziehe dir bei diesem üblen Wetter besser die Jacke über, sonst holst du dir noch den Tod.

Sich eisbanne lasse

Sich vereinnahmen lassen, irgendwo aktiv mitmachen: "Wenns umm de Naduurschutz geht, da lass isch misch gern eisbanne."

Sich flamme

Sich ordentlich prügeln: "De Badd Schbenser un de Terens Hill, die könne sich herrlisch flamme."

Sich klobbe

Sich prügeln: "In dem Alder dun se sisch halt gerrn klobbe."

Sich knubelle

Gedrängt, eng sein, auch zeitlich: "Am Bierstand knubbelt sisch's grad. Da wolle se all hin." Meint: Am Bierstand ist es gerade eng, da wollen sie alle hin.

Sich uffschebbe

sich beim Essen aus Töpfen etwas auf den eigenen Teller schöpfen: "Schebb der nur ordentlisch uff" meint: nimm nur ordentlich vom Essen.

Sich vom Agger mache

Weggehen, obwohl es noch Gründe zum Bleiben geben könnte: "Wenns nach Arrweid roch, hadder sisch immer gerrn vom Agger (Acker) gemacht."

Sich welljern

Sich wälzen, wie etwa im Schlaf im Bett: "Am Baggersee kammer sisch immer so herrschlisch im Sand erumwelljern."

Simbel

Idiot, einfältiger Kerl. Typischer Ausspruch: "Was fürn Simbel."

Sisch eile

Sich beeilen: "Der muss sisch eile, sonst kriihter de Zuch nett mer." Meint: der muss sich beeilen, um den Zug nicht zu verpassen.

Soibelsch

Nixnutzige Leute. [Sprechprobe von Andreas Steul

Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

Soilach

ein kleiner Teich nahe dem Waldrand in Dörnigheim hinter der Hermann-Löns Straße.

Soinawwel

Schimpfwort, wurde bis mindestens 1980 noch aktiv von älteren Leuten benutzt.

Spatz in de Kneddel

wie de Spatz in de Kneddel = wie der Spatz im Pferdehaufen (oder Hasenkot?), sprichwörtlich für "im Wohlstand sein": "Der lebt wie de Spatz in de Kneddel".

Spitzdischer

Spitzbub. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Stambes

Kartoffelbrei. Quelle: Birgit Zeitler

Steggesteif

Stocksteif: "Isch bin stocksteif gefrorn." Quelle: Birgit Zeitler

Steiber

Stützlatte für Obstbäume. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Steif Krick

Ungelenkiger Mensch, siehe auch Steifschächter. Quelle: Birgit Zeitler

Steifschächter

ungelenkiger Mensch, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Steische

Obstkiste. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Steuwermensch

auch "Steuweroos" oder "Steuber", kann ich (Birgit Zeitler) beim besten Willen nicht übersetzen...), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

Stift

Lehrling: "Als Stift musst de halt aach daan Mund halte. De kannst nett mimm Kobb dursch die Wand."

Stiftekopp

sehr kurzer Haarschnitt, Quelle: Birgit Zeitler

Stoffel

Sturer Mensch: "Sei so kaan Stoffel!" Meint: sei nicht so abweisend, stur oder unhöflich. Quelle: Birgit Zeitler

strunze gehe

ausgehn, auf "die Juchhee gehe", Quelle: Birgit Zeitler

Stumbe

einfache Zigarette. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

stumbe

jemanden oder etwas umstossen. Verwandtschaft mit dem englischen "stump" = kleines Querholz im englischen Cricketspiel welches umgestossen werden muss?

Suddelbrieh

dünner Kaffee, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

suggele

saugen, Quelle: Birgit Zeitler

Terck

Türke, eher abwertend gebraucht. Die Betonung liegt deutlich auf dem e. Beispiel: "Uff der Privaatschuhl, da gibts kaa Terck in Klass."

Theumer

Ehemaliger Spar-Laden Ecke Backesweg/Leuschnerstrasse. "Geh emaa zum Theumer un hol noch en Lidder Milch!" (Den Laden gibt es schon lange nicht mehr, seit einigen Jahren schon ist dort eine Pizzeria ansässig). Quelle: Birgit Zeitler

trätschnass

klatschnass, Quelle: Birgit Zeitler

uff de Dasch lieje

finanziell schmarotzen. Beispiel: "Kerle, der is schon üwwer dreißisch un liejht seine Eldern noch immer uff de Dasch" Meint: Mannomann, der ist schon über dreißig und ist immer noch finanziell abhängig von seinen Eltern.

uff die Juchhee

einen "draufmachen", tanzen oder auf eine Kneipentour gehen

uffdotze

aufprallen (Betonung liegt auf "uff")

uff heiße Kohle sitze

Sich gedrängt fühlen, schnell etwas zu ändern: "Ihrn Zuuch geht in er viertel Stunn, die sitzt uff heiße Kohle." Meint: Ihr Zug fährt in 15 Minuten ab, deshalb ist sie jetzt sehr ungeduldig.

uffn Hinnern setze

lernen oder ernsthaft arbeiten. Beispiel: "So wie die sisch uffn Hinnern setzt, wirdd emah was auserer." Meint: so viel wie sie lernt, wird sie es einmal sehr weit bringen.

uffgedreht

hyperaktiv, leicht ADHSesque. Beispiel: "Als Kind war der immer nur uffgedreht. Der konnt kaa Minute stillhalte." Als Kind war weit übernormal aktiv. Er konnte keine Minute ruhig bleiben.

Uffgestumbter

kleine, untersetzte Person, Quelle: Birgit Zeitler

Uff ka Kuhhaut gehn

Mehr als man sagen kann, sehr viel, meist negativ gemeint. Beispiel: "Dem saa Frechheide gehn uff kah Kuhaut mehr."

uffleie

fällt mir nicht ein! (Des deet mer uffleie! Fällt mir im Traum nicht ein), Quelle: Birgit Zeitler

Uffm Kaste hawwe

wirklich können. Beispiel: "S'Marrische hat mots wass uffm Kaste mit Spraache." Meint: die Marie ist wirklich gut in Sprachen.

Uffm Kerbholz hawwe

über eine Liste übler Taten verfügen. Beispiel: Die hat so mansches uffm Kerbholz. Meint: Sie hat schon viele böse, schlimme Sachen gemacht.

Uffm letzte Loch pfeife

Im Sterben liegen: "Der pfeift uffm letzte Loch. In eh paar daach hatters hinner sisch." Meint: er liegt im Sterben, in ein paar Tagen ist er tot.

Uffn Pott

Auf die Toilette (vulgär): "Isch muss dringend uffn Pott." oder "Der sitzt grad uffm Pott."

Uff unn defoh

Über alle sieben Berge entwischt: die Diewe sinn uff und defoh, die krieht mer nett mer.

ummache

fällen, wie eine Baum

Un ab!

Keine Widerrede! Lieblingsspruch von Oma Lapp, Jahrgang 1902: Des werd so gemacht un ab!. Quelle: Birgit Zeitler

Ungeneu

Gieriger Mensch (siehe auch Allmei und Gorks), Quelle: Birgit Zeitler

Unkraut zubbele

Unkraut rupfen

Unleid

unleidlicher Mensch oder nervendes Kleinkind, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966

unne am Maa

unten am Main

unner die Erd schaffe

beerdigen. Beispiel: "Gestern hammer de Babbe unner die Erd geschafft." Meint: gestern haben wir unseren Vater beerdigt.

unner komme

Eine gesicherte berufliche Position erreichen: "Guck, dass de vielleischt bei de Stadt unner kommst." Meint: Versuche eine Festanstellung bei der Stadt zu bekommen. Eine zweite Bedeutung des Worte ist begegnen: "Son Schlaukopp iss mer schon lang nett mer unnergekomme. Der wirdd bestimmt emah Prohfesser."

ures

zuviel, über- z. B. sich überessen "Da dran hab ich mich ures gesse", Quelle: Birgit Zeitler

üwwer

"Üwwer" kann auch im Sinne von "zu" gebraucht werden. Aber eng auf den Fall des folgenden Beispieles begrenzt: "Ich saach noch üwwern..." = ich sage (sagte) noch zu ihm...

üwwer de durscht

zu viel Alkohol. Beispiel: "Sonndaachs haddse immer gern ein üwwer de Durscht gedrunke." Meint: sonntags hat sie gerne zu viel Alkohol getrunken."

üwwerisch

übrig: "Es iss nix mehr üwwerisch, da musste de ehwe Wasser dringe." Meint: es ist nichts mehr übrig, du mußt eben Wasser trinken. Die zweite Bedeutung dieses Wortes geht in die Richtung von "ausreichend". Beispiel: "Hamme noch Kohle für de Grill? Ah ja, Kohle hamme noch üwwerisch!" Meint: Kohle haben wir noch mehr als genug)

üwwer gehn

Das beste sein: "Es geht mer nix üwwer Gewellte mit Matte." Meint: es gibt nichts besseres zu essen als Pellkartoffeln mit Quark.

üwwerkandiddelt

hochgestochen, affektiert.

uze

Jemanden ärgern, Streich spielen, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim

verärwern

verderben, verhunzen (Kerle was hawwe se dir die Borschde verärwert!), Quelle: Birgit Zeitler

Verbabbter

Den Katholizismus überaus ernst nehmende Person, Quelle: Birgit Zeitler

verblitze

dasselbe wie "verjuxe", Geld verjubeln (Haste widder dei ganz Geld uff de Kerb verblitzt), Quelle: Birgit Zeitler

verbutze

etwas nicht leiden können (den kann ich aafach net verbutze!) oder bis auf den letzten Krümel aufessen, Quelle: Birgit Zeitler

Verdebbelnochemolawweraach

Verdammt noch mal aber auch!, Quelle: Birgit Zeitler

verderrn

vertrocknen, (Betonung liegt auf dem zweiten "e") Quelle: Birgit Zeitler

verdrebbele/verschidde

verschütten. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]

vergugge

sich verlieben. Beispiel: "Die Inge hadd sisch in de Karl verguggt." Meint: sie hat sich in ihn verliebt.

verhubbasse

verpassen (jetzt hammer uns um zehn Minuude verhubbast!), Quelle: Birgit Zeitler

verjuxe

Geld rausschmeissen (Haste dei ganz Geld wieder uff de Kerb verjuxt?), Quelle: Birgit Zeitler

verklickern

eindringlich erklären. (Dess mit der Ambel muss ich dem Kinn noch ema verklickern, dess hat`s immer noch nett bedabbelt! = Wie eine Ampel funktioniert mu? ich dem Kind noch einmal erklären, das hat es wohl immer noch nicht verstanden).

verknibbele

verhauen. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

verkrotze

verunstalten, Quelle: Birgit Zeitler

Verlappt-verraucht-versengt

Früher dominierten in Dörnigheim die Nachnamen "Lapp", "Rauch" und "Seng", weshalb man auch oft sagte, Dörnigheim sei verlappt, verraucht und versengt.

vermöbeln

verhauen, verdreschen. Beispiel: den hammse awwer ordentlich vermöbelt. Das "b" kann dabei leicht in ein "w" abklingen.

verrambeniert

übel zugerichtet: "Dess Knie iss ja ganz verrambeniert. Geh mah besser bein Arzt." Hängt das Wort verramponiert vielleicht mit dem niederländsichen "ramp" für Katastrophe zusammen?

verrobbter Gickel

ziemlich mitgenommen aussehende Person. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

verschammeriern

sich eine Schramme einfangen (Wo haste dann dei Knie so verschammeriert?), Quelle: Birgit Zeitler

verzabbe

etwas anstellen (Haste widder Mist verzabbt?), Quelle: Birgit Zeitler

verzwazzele

zum verzweifeln oder zum verrückt werden (es is zum verzwazzele), Quelle: Birgit Zeitler

viertel drei

14:15 Uhr

Volleul

Betrunkener, Quelle: Birgit Zeitler

Von vorrne Reih

Von Anfang an konsequent. Beispiel: "Wenn de uff die neu Schul gehst, wirrd von vorrne Reih ordentlisch gelernt. Da lasse mer nix aabrenne."

von wesche Otto

auf keinen Fall

Vor/nach de Währung

wichtiger Zeitpunkt in Erzählungen älterer Leute (Währungsreform nach dem zweiten Weltkrieg, Einführung der DM)

Walachai

Sinnbild für unordentliche Ländereien. Beispiel: Dem sein Vorgardde is e rischdisch Walachai. Meint: sein Vorgarten ist mir zu unordentlich.

Wäldschesdaach

Frankfurter Volksfest am Dienstag nach Pfingsten, Quelle: Birgit Zeitler

was e Erwed

Welche eine Arbeit

was macheBei Hunden: Koten oder urinieren: "Unn, hadd er was gemacht?" Fragt die Mutter den Sohn, nachdem dieser den Hund ausgeführt hat.

x

Was mir draa lieht!

z. B., Frage: "Omma, derf ich noch e bissi raus uff die Gass? - Oma antwortet: "Was mir draa lieht!" = Von mir aus, ist mir egal. Quelle: Birgit Zeitler. Ich (Gunter Heim) kenne die Redewendung auch als "was lieht`n mir drah".

Wasser verplempern

Wasser vegeuden

Wasserhäusje

Kiosk, Quelle: Birgit Zeitler

Wasserstaa

Waschbecken, Quelle: Birgit Zeitler

Watz

Eber, männliches Schwein. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen

Watz

Dicker Mann. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Weck

Brötchen. Es gab noch 1980 viele ältere Leute, die das Wort Brötchen überhaupt nicht benutzt haben. Es gab damals Wasserweck und Milchweck.

Wehrmacht

Bundeswehr: ältere Leute sagten noch 1980 zur Bundeswehr "Wehrmacht".

Weißbinner

Maler, Anstreicher. Bis um 1980 ein noch ganz üblicher Ausdruck für gewerbliche Anstreicher, etwa Malermeister.

Weiss emaa

zeig mal!, Quelle: Birgit Zeitler

Welschkorn

Mais (Mais war als Name nach dem Krieg unbekannt.)

Wem iss'n dess? Mir!

Hessischer Dativ: wem gehört das? Das gehört mir.

Weng

etwas. Beispiel: "Geh` eh ma eweng nach links" (=gehe ein Stück nach links)

Wer lang fraacht

geht lang err. Der Spruch fiel oft, wenn man zum Beispiel überlegte, ob man für eine kleine bauliche Änderung am Haus oder das Fällen eines lästigen Baumes eine behördliche Genehmigung anfragen sollte oder nicht. "Wer lang fraacht, geht lang err (irre)" meinte dann, dass man besser nicht anfragen sollte, weil das alles nur in die Ewigkeit verzögern würde.

wessem

Ausdruck für kleine Kinder. Quelle: Andreas Steul

Willi

de scheene Willi mache: sich bei anderen von seiner besten Seite zeigen (dehaam isser en rischdische Fulder, awwer bei deannern Leut mescht er de scheene Willi!), Quelle: Birgit Zeitler

Winnel

Windel: Duh dem Klaane doch ema die Winnele wechsele - die sinn ja schon widder voll! Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Wiss

en Wiss mache = pinkeln, urinieren

Wo

wird auch als Relativpronomen verwendet. Beispiel: Der Mann, de wo sisch immer vordrängelle muss (Der Mann, der sich immer vordrängelt). Die Funktion ist hier ähnlich wie das englische "who".

Wutz

Schwein

zäh wie Juchte

zäh wie Leder (aber was zum Teufel ist Juchte...?), Quelle: Birgit Zeitler

zabbeduster

Sehr dunkel. Das u wird eher lang gesprochen. Beispiel: "In dem Berschwerk unne wars

Zone

der kommt aus de Zone = der kommt aus der DDR

Zores

Durcheinander oder Gesindel, Quelle: Birgit Zeitler

Zu dief ins Glas gucke

besoffen sein. Beispiel: "Dass er mer awwer nett widder zu dief ins Glas guckt!" Meint: mögliche Warnung eines Elternteils an eine Gruppe Jugendlicher vor einem Gang in die Wirtschaft.

Zulle

Böses Mädchen. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA

Zwett mah

Noch einmal: "E zwett mah wirrd mer dess nett bassiern." Meint: Noch einmal wird mir das nicht passieren.

zwische de Jaan

zwischen den Jahren, die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr

zwiwwele

plagen, hart rannehmen, Quelle: Birgit Zeitler

Ein kleiner Bembel