Dörnigheimer Dialekt: A-G

H-R // S- Z

Die folgende Liste beinhaltet eine Reihe von Wörtern aus der Gegend zwischen Hanau und Frankfurt, zusammengetragen von Birgit Zeitler, Andreas Steul und Gunter Heim.

  1. 14 Daach: 14 Tage = zwei Wochen
  2. 8 Daach: 8 Tage = eine Woche
  3. aageschisse komme: zu jemand kommen, manchmal auch Begriff für lästige Besucher (ei die komme ja schon widder aageschisse!), Quelle: Birgit Zeitler [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  4. aal Fraa (??) [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001], Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: Ich kenne es als "Alte Frau" übersetzt.
  5. aal Geue: Person die Dinge macht, die ihrem Alter nicht mehr entsprechen (muss die aal Geue noch in de Dissgo erumhibbe!), Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  6. aarm Siggar: "arme Zigarre" - finanziell nicht gerade gut dastehender Mensch, Quelle: Birgit Zeitler
  7. Abbedidd, nix verdrebbelt un nix verschitt! Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  8. Abbelkrotze (Apfelgehäuse), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  9. Abee: Toilette, Abort, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001][Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  10. Abeemick: WC-Fliege, aber auch lästiger Mensch, Quelle: Birgit Zeitler
  11. äbsch: beleidigt, sauer, böse, grob, Quelle: Birgit Zeitler. Beispiel: geh fordd sonsd werd isch äbsch (sagt ein Erwachsener zu einem Kind wenn er seine Ruhe haben will.) [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  12. adärmisch: einfach, Quelle: Birgit Zeitler
  13. Affeheine: Schwer zu übersetzen. Vielleicht am ehesten eine abgeschwächte Form von "Simbel"?
  14. Affestaa: (Affenstein) Ehemaliges Irrenhaus in Frankfurt - "Du bringst mich noch uff de Affestaa!": entnervter Ausruf, wenn man sich über jemand geärgert (oder sogar gesorgt) hat. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  15. ah geschosse: eine Ohrfeige. Beispiel: ehwe krisst de ah geschosse = Jetzt gibt es eine Ohrfeige. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  16. ahl Muck: alte Sau, nicht unbedingt bösartig gemeint
  17. alderiern: du dich net immer so alderiern -- heisst nicht so in den vordergrund spielen. Quelle: Andreas Steul
  18. allaans: allein (Kannst du der schon allaans die Schuh zubinne?), Quelle: Birgit Zeitler
  19. alleridd: andauernd, Quelle: Birgit Zeitler
  20. alleweil = Schwierig zu übersetzen. Wird z.B. so verwendet "Der Kall war alleweil Schuster" = "Der Karl war mal Schuster" Wenn nur "alleweil" gesagt wird, ist es auch ein Ausruf des Erstaunens. z.B. 1. Person sagt: "Isch hab gestern seit 4 Jaarn mal widder den Kall getroffe" 2. Person sagt: "Alleweil" = Ich habe gestern seit 4 Jahren mal wieder den Karl getroffen" - "Ehrlich" bzw. "Ist nicht wahr" bzw. "Ach was" Wird aber auch als erschreckender Ausruf benutzt. z.B.: 1. Person "Du der Kall ist tood" - 2. Person: "Alleweil" = 1. Person: "Du der Karl ist gestorben" - 2.Person: "Ach du Scheiße" Es ist auf jeden Fall ein Begriff der sehr vielseitig eingesetzt wird. Manchmal ersetzt er auch das Wort "als", wie gesagt es ist schwierig den Begriff direkt zu übersetzen., Quelle: Andreas Dollmann
  21. Allmei: Habgieriger Mensch (siehe auch Gorks oder Ungeneu), Quelle: Birgit Zeitler
  22. allminanner: alle miteinander (Mir mache allminanner uff die Kerb!), Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  23. als druff: Weiter draufhauen, zum Beispiel als Kommentar zu einem Gewaltfilm. Das Wort "als" wird hier in seiner Bedeutung als "immer" verwendet. Anderes Beispiel: Der is ja als noch nett da (Der ist ja immer noch nicht da).
  24. als fort!: nur zu! Quelle: Birgit Zeitler
  25. Amizoisch: gängiger Begriff für Kaugummi und sonstigen Firlefanz aus Amerika. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  26. Angstschissern: ängstliches Mädchen, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  27. annersder: anders. Beispiel: wenn's so net geht, dann müsse mers annersder mache.
  28. ausenannerklabustern: aufteilen. Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  29. Asoz: Asoziale, unliebsame Personen
  30. atzele: sich streiten, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  31. Baamsticker: ein Grundstück mit Bäumen, wahrscheinlich vor allem Obstbäumen, darauf. Quelle: Birgit Zeitler
  32. Baabe: Papa. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA
  33. Babb: Kleber.[Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  34. Babbelarsch: Viel-Plauderer. Quelle: Birgit Zeitler
  35. babbele: reden. Beispiel: babbel ma so kaa dumm zoisch (Rede mal so kein dummes Zeug). [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  36. babbisch: klebrig. Beispiel "Isch habb gans babbische Finger von der Klehwerei" (=ich habe ganz klebrige Finger von der Kleberei)
  37. Bäcker Huf: Ehemalige Bäckerei in Alt-Dörnigheim. Freitags (und nur freitags, soweit ich mich erinnern kann!) gabs immer "Einback", ein Hefegebäck mit Mandelsplittern und Zuckerguss oben drauf. Hmmm.... Quelle: Birgit Zeitler
  38. Bagaasch: unliebsame Personen oder Volksgruppen (vielleicht aus dem Französischen bagage = Gepäck?)
  39. Balsch: Balg, kleines Kind. Beispiel: die Soibälsch solle ma Ruh gewwe (=die Saubälger sollen ruhig sein)
  40. Bambelschnuut: Mensch mit ausgeprägt dicken Lippen, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  41. Banatzel: Kopf, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  42. bass uff: Pass auf! [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  43. Batschkapp: Mütze. In Frankfurt befindet sich ein beliebtes Musiklokal gleichen Namens. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  44. batschnass: tropfnass, klatschnass, Quelle: Birgit Zeitler
  45. bedabbele: verstehen (Die Eiloggerei hawwe se mer schon zig ma erklärt, awwer isch bedabbel`s eifach net = Das Einloggen in den Computer hat man mir schon zig mal erklärt, aber ich verstehe es einfach nicht). [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  46. Beese-Bube-Daach: Buss und Bettag, Quelle: Birgit Zeitler
  47. Bei'n Dogder: Bei wird hier in seiner Bedeutung als "zum" gebraucht. Beispiel "wo machsdenn disch hieh? Bei'n Dogder!" = Wo gehst Du denn hin? Zum Doktor.
  48. Bembel: Steinkrug für den Ebbelwoi, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  49. Berschtebinner: Bürstenbinder (Der kann saufe wie en Berschtebinner). Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  50. Berzel: ein Busch Haare oder Entenschwanz. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt an: "Du reddst wie Enteberzel" = Du redest ununterbrochen, schnell. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  51. beschisse: empfindlich, beleidigt. "Sei net immer so beschisse mit'm Esse!" (Seit nicht immer so empfindlich, was das Essen angeht!). Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  52. Bethmännscher: Bethmännchen (Marzipankonfekt, Frankfurter Spezialität), Quelle: Birgit Zeitler
  53. Bibbs: de Bibbs hole = den Tod holen (da heelt mer sich ja de Bibbs bei dem Sauwetter!), Quelle: Birgit Zeitler
  54. bickelfest: sehr fest (des Fenster is ja widder bickelfest zu), Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  55. Biddels Anna: ein Bahnübergang (nur für Fußgänger) im Wald zwischen Dörnigheim und Wilhelmsbad auf der Höhe von "Hohe Tanne". Wahrscheinlich hat hier einmal eine Person mit einem ähnlichen Namen wie etwa "Anna Bittel" gewohnt.
  56. Bierhumbe: Bierkrug, eher aus Ton. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  57. Bimbenell: Pimpinelle, Bestandteil der Grünen Soße. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel]
  58. Bischem: Bischofsheim. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  59. Bissi: etwas. Beispiel: "Bist eh bissi durchennanner, hä" (=du bist wohl etwas verwirrt). [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  60. Bizzlwasser: Mineralwasser mit Kohlensäure
  61. Blummescherb: Blumentopf aus Ton, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  62. Blümscher = Blumen, Quelle: Andreas Dollmann
  63. Bobbelschje: Verniedlichung eines kleinen Kindes oder eher Säuglings. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  64. Bobbes: Hinter, Gesäß. Es gibt auch ein gleichnamiges Gebäch. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen
  65. Borschde: Haare, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  66. Bosse mache: Possen machen, Beispiel: mach mer kaa Bosse, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000] [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  67. Braubach: Nebenbach des Mains. Man beachte: Obwohl es im Deutschen heißt "der Bach", spricht man in Dörnigheim nur von: "der Braubach", Braubach wird also weiblich behandelt. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt hinzu, daß Bach generell weiblich verwendet wird: "Isch geh an die Bach".
  68. Breekeldibbe: weinerliches Kind, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  69. Breimaul: Dummschwätzer, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  70. Brettergymnasium: Sonderschule
  71. Bretzelbub: Frankfurter Original, der in den Ebbelwoikneipen Gebäck aus dem Korb verkauft - muss nicht unbedingt ein Junge sein!, Quelle: Birgit Zeitler
  72. Brill, der: Brille wird typischerweise in einer männlichen Form gebraucht: Wo is`n maan Brill schonn widder? Geb me ma daan Brill!
  73. Brummdopsch: Brummkreisel. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  74. Brummeldibbe: Mürrischer Mensch, Quelle: Birgit Zeitler
  75. brunze: pinkeln, Quelle: Birgit Zeitler
  76. Brutsch: e Brutsch ziehe = ein mieses Gesicht machen. Sprechprobe
  77. bruzzele: braten. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  78. Buggel: Rücken
  79. Buggel nuffsteische: Du kannst mer mal de Buggel nuffsteische: Dasgleiche wie "Du kannst mir mal den Buckel runterrutschen", Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000] [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  80. Bumbes: Darmwind, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  81. Buschkopp: Ungepflegte Haartracht - könnte mal wieder einen Friseur besuchen. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA
  82. Butzlumbe: Putzlappen, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  83. Ceylon: alter Name für Sri Lanka, wurde in den 1980iger Jahren noch von älteren Leuten benutzt.
  84. daab: taub - auch im Sinn von "ungewürzt", "des schmeckt vielleicht daab!", Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966. Astrid Schulze aus Wachenbuche fügt noch an: "daab Nuß" für dumme Person.
  85. Daachdieb: Tagedieb = beliebtes Schimpwort für eine unnutze Person. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  86. Dabbes: Trottel
  87. Dachkennel: Regenrinne, Quelle: Birgit Zeitler
  88. dadefo: davon (dadefo is mers ganz schlecht worn), Quelle: Birgit Zeitler
  89. datsche: anfassen (datsch misch emah nett so mit dahne babbische Finger so ah = fasse mich nicht so mit deinen klebrigen Fingern an.) [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  90. de Reih nach: nacheinander. Beispiel: "Drängelt me net so, ihr kommt all noch drann, awwer de Reih nach". [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  91. De Schlaach soll eneifahrn!: Wütender Ausspruch, Quelle: Birgit Zeitler
  92. degehsche: dagegen
  93. dehaam erum: zuhause, Quelle: Birgit Zeitler, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: Bei "dehaam erum" würde ich eher "dahaam" = "zuhause" sagen. Demnach wäre dann auch zusätzlich das Wort "haam" Beispiel: "Isch bin miid, isch geh jetzt haam" = Ich bin müde, ich gehe jetzt nachhause.
  94. Dehts: Kopf. Beispiel: Jets gibbts was uff'n dehts. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt an "Geh me net uff`n dehs" = gehe mir nicht auf die Nerven.
  95. Deiwel: Teufel
  96. Dene ihr: Ihre, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  97. Derngem: Dörnigheim
  98. Dibbe: Topf, Dippemess in Frankfurt = großes Volksfest
  99. Dibbegucker: "Topfgucker" - Störenfried in der Küche, der neugierig in alle Töpfe schauen muss. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA
  100. Dickduher: Angeber. Quelle: Birgit Zeitler
  101. dicke Hund: des is ja en dicke Hund! = erstaunter Ausruf "Das ist ja unglaublich"! Quelle: Birgit Zeitler
  102. Die Russe komme: jetzt kommt eine Katastrophe
  103. Dittesem: Dietesheim
  104. Dogder: Doktor, Arzt. [Sprechprobe von Andreas Steul: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2001]
  105. Dommdabbisch Kou: Dieses Schimpfwort beruht angeblich auf der folgenden Anekdote: Die "Mehlmuck" (Unname eines Bauernknechtes aus Dörnigheim) wurde einmal von einer Frau nach dem Weg nach Hanau gefragt. Die "Mehlmuck" gab Auskunft, doch die Frau hatte wohl nicht richtig zugehört, denn sie bewegte sich in die falsche Richtung. Daraufhin rief ihr die "Mehlmuck" nach: "Dommdabbisch Kou, donaus hun ich gesaat!" (Dumme, dabbische Kuh, dort hinaus, habe ich gesagt!) Quelle: Andrea Guevara Gonzalez aus Hanau
  106. Dopsch: Kreisel, der mit einer Art Peitsche (?) immer weiter geschlagen wird. Auch Ausdruck für ein kleines Kind (Was willst dann du klaaner Dopsch?) Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA
  107. Dormel/Durmel: Dumme, ungeschickte Person, Quelle: Birgit Zeitler
  108. Dorschenanner: Unordnung, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  109. Dorschmarsch: Durchfall, Quelle: Birgit Zeitler
  110. dreiviertel neun: 20:45 Uhr
  111. Dribbdebach: Begriff aus Frankfurt und meint Sachsenhausen als der eigentlichen frankfurter Seite des Flußes gegenüberliegend (drüben, über dem Bach?, Kannte ich als Kind nicht)
  112. Dubbe: Du hast ja en Dubbe = du spinnst wohl, nicht zu verwechseln mit
  113. Dubbee (Toupet), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  114. Dudde: Tüte
  115. Dummbeudel: Dumme Person, Quelle: Birgit Zeitler
  116. dunke: tauchen, neudeutsch "dippen" (eneidunke), Quelle: Birgit Zeitler
  117. Dumm un dormelisch: Da könnt ich mich dumm un dormelisch draa esse! - es schmeckt so gut, ich kann gar nicht mehr aufhören. Quelle: Birgit Zeitler
  118. Dunsel: abwertend für Frau, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966. Astrid Schulze aus Wachenbuchen fügt an: "aal Dunsel" = alte etwas verschrobene Frau.
  119. Dürrabbel: ein dürrer Mensch, meist männlich. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  120. dussele: dämmern, im Halbschlaf sein
  121. duxisch: neblig, duster, ungemütlich (duxisches Wetter), Quelle: Birgit Zeitler
  122. Ebbelwoi: Apfelwein. Die bekannte Apfelweinkelterei "Höhl" (Markenzeichen "Blauer Bock") liegt im Stadtgebiet von Hoch-stadt, einer Nachbargemeinde von Dörnigheim.
  123. Ebbelwoischnut: Dem hessischen Nationalgetränk sehr stark zusprechende Person, Quelle: Birgit Zeitler
  124. ebbes: ein bisschen, Quelle: Birgit Zeitler
  125. ehwe langts: jetzt reicht es, zum Beispiel als Einleitung zu einer Schelte für Kinder. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  126. ei Gude: nicht unübliche Begrüßung. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  127. ein druff mache: einen trinken gehen. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  128. ennaus: hinaus, raus, Quelle: Birgit Zeitler
  129. enuff: nach oben, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: "eninn" = "drinnen ; rein kommen" oder auch nur "ninn" Beispiel: "Kommt endlich eninn (Komm ninn) = "Kommt endlich rein" (Zum Beispiel zu Kindern) "Komm ninn" (Komm rein). Ich kenne es auch als "enei" oder auch nur "nei" "Schön das ihr hier seit kommt doch nei (..kommt doch enei)" ----"nei un naus" = "rein und raus". Dazu auch "hinnenei" = "hintenrein"
  130. enunner: nach unten
  131. enüwwer: hinüber
  132. erumdorzele: herumtaumeln, wie besoffen
  133. erumlammediern: klagen, lamentieren, Quelle: Birgit Zeitler
  134. es schütt wie aus Eimer: es regnet wie aus Eimern, stark
  135. eube: sich melden, Bescheid geben (eub dich, wann de komme willst!), Quelle: Birgit Zeitler
  136. Eulsnas (schwierig zu übersetzen, vielleicht am ehesten "ängstliches Mädchen"?), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahr-gang 1966
  137. ewitt: dagegen. Beispiel: Als ich als Kind einen vogelkundigen Nachbarn danach frug, was ich mit einer verletzten Taube ma-chen sollte antortete er: Schmeiß se ewitt. Er meinte damit, sie gegen einen Mauer zu werfen. Astrid Schulze aus Wachenbuchen sagt, daß es eher "dewitt" heißt.
  138. Ferz: Unsinn, neumodischer Kram (des sin doch Ferz! Der hat nur Ferz im Kopp!), Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000], Superlativ: Ferz uff Krücke!
  139. Feuermerschel: Person die gerne zündelt, Quelle: Birgit Zeitler
  140. Fittzel: ein kleines Stück. Beispiel: geb mer ma den Fittzel Babier = gebe mir bitte einmal dieses Stück Papier
  141. Fissematente: aus der Zeit der französischen Besatzung unter Napoleon entstanden. Französische Offiziere sollen angeblich deutsche Frauen und Mädchen mit den Worten "visité ma tente" (=besuchen Sie mein Zelt) eingeladen haben. Daraus sind des öfteren Kinder entstanden, mit denen natürlich niemand etwas rechtes anfangen konnte. Aus visité ma tente wurde die Verball-hornung Fissematenten, was heute das Ergebnis und den Akt des Unfuges bezeichnet. Beispiel: Mach eh ma so kaa Fissematen-te. Dieses Wort wird auch im Rheinland gebraucht. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  142. Fleehbutz: Hund, Promenadenmischung, Quelle: Birgit Zeitler
  143. Fleehhaub: schlafmütziger Mensch, Quelle: Birgit Zeitler
  144. Flitsch hänge lasse: die Flitsch hänge lasse = Die Flinte ins Korn werfen
  145. Flitsch: Flügel (kann ich vom halwe Hähnsche de Flitsch krieje?), Quelle: Birgit Zeitler
  146. Flodde Oddo: Dünnschiss. Beispiel: Der hadd de floddde Oddo.
  147. Formosa: alter Name für Taiwan
  148. Fortzklobber: Mofa. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  149. Forz: dem liejt en Forz quer: Dem liegt ein Magenwind quer in der Verdauung, der hat ein Wehwehchen, er ist leicht krank oder verstimmt, dem passt etwas nicht.
  150. Fratz: Eingebildete Person oder böses Gesicht. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA
  151. Frankfurter Wörschtsche: etwas beleidigender Ausdruck für einen gebürtigen Frankfurter. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen.
  152. Franzoseweißbrot: Stangenweißbrot, wie Baguette
  153. Freckel: Ferkel. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen
  154. Frierhutzel: Schnell frierende Person, Quelle: Birgit Zeitler
  155. fuckeln oder fuggele: Schwarzmarkt Handel treiben. Hat das etwas mit der Handelsfamilie der Fugger aus Augsburg (16. Jahrundert) zu tun?
  156. fuihaase (sehr schwer zu übersetzen, vielleicht auch andere Schreibweise: "ich du (tue) dich fuihaase" = vertreiben, verjagen oder vielleicht auch "Bei'n Deiwel jaache"), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  157. Fuldern: gierig essen, ohne Anstand etwas in sich hineinwürgen. Ein Markscheider aus der Wetterau lernte in der Schule (1970er Jahre) die folgende Erklärung. Vor langer Zeit - vielleicht vor dem ersten Weltkrieg - kamen Erntehelfer aus dem Raum Fulda, Flieden in die Frankfurter Gegend. Deren Verhalten muß wohl den Begriff geprägt haben. Ein Fulder ist ein Rüpel. Es gibt noch heute eine Gaststätte irgendwo zwischen Bad Vilbel und Frankfurt "Zum Fulder". Beispiel: Du ma net so fuldern. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  158. Funzel: Nicht sehr helles Licht. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA
  159. gää: nicht wahr? Beispiel: Dess iss doch gar net emah so schlecht, gää!
  160. Gaagel (grosser dürrer Mensch), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  161. Gaawer: Speichel, Quelle: Birgit Zeitler
  162. gaawern: sabbern, Quelle: Birgit Zeitler. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  163. Galern: herumalbern. Eine Kuriosiät sei hierzu angemerkt: Das altgriechische Wort für komisch, lächerlich heisst "geloioj" (= geloios).
  164. gar nett: überhaupt nicht
  165. garschdisch: böse, unfreundlich, Quelle: Birgit Zeitler
  166. Gaul: Pferd
  167. gauze: bellen (eines Hundes)
  168. Geärwer: Halt net so e Geärwer ab = sei nicht so umständlich, übertreibs nicht so!), Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  169. gebschnitzich: sei net immer so gebschnitzich -- was soviel bedeutet wie net immer so großzügig sein usw. Quelle: Andreas Steul
  170. Gedöns: Geschrei um nix, Umstand, Quelle: Birgit Zeitler
  171. Gefuhrwerk: Hantier, Aufwand, Umstand
  172. geh' fort: "gehe weg" oder auch "was Du nicht sagst"
  173. Gehleroiwe: gelbe Rübern = Karotten. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  174. Gehleriewe: so nennen sich die Hanauer selbst (=Karotten siehe Gehleroiwe). Quelle: Volker Schenk aus Hanau
  175. Gekrisch: Geschrei, Quelle: Birgit Zeitler
  176. Gekritzel: Schlechte Handschrift "Dei Gekritzel kann kaan Mensch lese!" Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA
  177. Gekruschel: Hantier, lästiges Kleinzeug
  178. Gekwellte: Pellkartoffeln. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen
  179. Gelersch: Zeug mit dem man Hantier hat
  180. gelle?: nicht wahr?, Quelle: Birgit Zeitler
  181. Gelumps: altes Gerümpel, Quelle: Birgit Zeitler
  182. Gemaafaulenser: Mitarbeiter der städtischen Betriebe und Verwaltungen
  183. Geripptedeckel: das passende Deckelchen für das Gerippte, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  184. Geripptes: das passende Glas für den Schobbe, natürlich 0,3 l!, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  185. Geröhste: Bratkartoffeln (Betonung auf langem "ö"). Beispiel: geh mer maa net uff die Geröhste = gehe mir nicht auf die Nerven.
  186. Gesox: unliebsame Personen
  187. Gesteck: grosses (?) Mädchen, Quelle: Birgit Zeitler aus Dörnigheim, Jahrgang 1966
  188. gestobbte voll: vollkommen satt, Quelle: Birgit Zeitler
  189. Gestobbte: wörtlich: Gestopfte = reiche Leute. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  190. Gewellte: Pellkartoffeln
  191. Gewiddermensch: jähzorniges, immer seinen Kopf durchsetzen wollendes Mädchen, Quelle: Birgit Zeitler
  192. Gickel: Huhn (vergleiche englisch: chicken)
  193. giekse: stechen, pieksen, Quelle: Birgit Zeitler
  194. giggele: kichern. Beispielhafte Ermahnung zu Kindern: hört e mah mit dem Gegiggel uff!
  195. gimmel e moh her: Komm einmal her
  196. Gockel: Hahn (vergleiche englisch: cock)
  197. goijl: Gurgel. Beispiel: "Dehm ahle Sack dreh isch noch emah die Goijl um!" [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000]
  198. Goode: Patin, Quelle: Birgit Zeitler
  199. Gorks: gieriger Mensch siehe auch "Ungeneu" oder "Allmei", Quelle: Birgit
  200. gorkse: rülpsen
  201. Gorschelputzer: billiger Alkohol, Fusel. Quelle: Astrid Schulze, Wachenbuchen
  202. Gorschelschwenker: ein guter Tropfen (vermutlich). Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich lernte ihn in meiner Kindheit nicht kennen.
  203. Grissel: Bösartiger Mensch. Quelle: Christel Dias geb. Lapp, Hanford, CA, USA
  204. gritzegrau: intensives Grau, Quelle: Birgit Zeitler
  205. Grotze: kleines Kind, Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: Das Wort "Grotze" kenne ich auch als ähnlichen Begriff wie "Schlawitsche" z.B.: "..unn dann hat isch en am Grotze den Simbel" = "...und dann hatte ich ihn am Kragen gepackt den Idiot."
  206. Grü Soß: Leckere Speise aus Sauerrahm mit sehr vielen passierten Kräutern darin. Wird mit heißen Kartoffeln gegessen. Wird viel in Sachsenhausen serviert.
  207. gugge: sehen
  208. Guggelhäusi: Ein Guggelhäusi machen - ein kleines Kind so ins Kissen und Bettzeug einkuscheln, dass nur noch die Augen rausgucken (Guggelscher = Augen), Quelle: Birgit Zeitler
  209. Gusch: Mund. Dieser Begriff wurde mir im Jahr 2000 von einem Frankfurter zugeschickt. Ich kannte ihn aus der Kindheit, er war in Dörnigheim aber meiner Erinnerung nach eher ungebräuchlich.
  210. Guude!: Hallo!, Quelle: Birgit Zeitler
  211. Guz: Bonbon. Beispiel: Geb dem Kinn doch noch eh Guz. [Sprechprobe von Gunter Heim: Gesprochenes Beispiel, aufgenommen 2000], Andreas Dollmann ergänzt hierzu noch: "Bonbon" kenne ich, wie es bei euch schon steht als "Guz", bzw. "Guzelle" aber auch als "Knolle". z.B.: "Beim Faschingsumzuch werfen se viele Knolle." = "Beim Faschingsumzug werden viele Bonbons geworfen"

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